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Berlin Fashion Week: Sieht gut aus

 

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Wer auf einer Fachmesse ausstellt, will gute Stimmung verbreiten. Deshalb streiche ich aus den Gesprächen dort immer eine Prise Enthusiasmus heraus. Dennoch wiesen die Rundgänge über die Premium Berlin und die Bread & Butter darauf hin, dass urbane Fahrradmode und velophiler Lifestyle weiter Thema bleiben. Am Rande sickerte durch, dass die Levis´s Commuter Linie so erfolgreich war, dass sie fortgesetzt wird. Das könnte sich positiv auf den noch schwer einzuschätzenden Markt auswirken.

Für Donkey mit seinen Picknick- oder Sixpack-Fahrradtaschen, magnetischen Lichtchen und Sattelschonern, ist das Fahrrad ohnehin das Thema für den nächsten Sommer bei den Händlern, darunter viele Boutiquen. Übrigens ein Hinweis darauf, dass das Produkt Fahrrad, die zugehörigen Accessoires sowie die textile Ausrüstung seines Fahrers beim Vertrieb nicht zwingend auf das herkömmliche Fahrradgeschäft setzten. Schon länger wandern sie in den Lifestylebereich, dem die Bread & Butter auch zukünftig Platz einräumen wird.

So besitzt Shinola aus Detroit eine präzise Vorstellung vom anspruchsvollen Kunden. Angefangen von Uhren, Ledertaschen, Journalen bis hin zum ledernen Football reicht die Produktpalette. Außerdem sind hochpreisige Fahrräder darunter. Das zunächst harmlos schick aussehenden „THE RUNWELL“ Bike ist mit Shimano Alfine 11-Gang-Nabenschaltung und Scheibenbremsen ausgerüstet und kostet mehr als 2000 Euro. (Die Fotos unten zeigen weitere Fahrräder.)

Spätestens 2013 wurde Carrera mit dem Falthelm plus Sonnenbrille „ICONS“ auch für Stadtradler schick. Doch ob die Premium Edition mit Lederinlay in den Farben Schwarz, Grau oder Weiß nun besonders urban ist? Frei nach dem Motto „bringt Farbe in die Stadt“, gefiel mir die Shiny-Ausführung besser. Etwas bedauerlich, dass man bisher eine Exklusivstrategie fährt. So gibt es den „Foldable Helmet“ in Berlin nur bei Keirin. Ästhetisch sind sie unschlagbar. Zudem trägt sich der Helm außerordentlich leicht. Das Band, das ihn zusammenhält, dient beim Tragen zugleich als Hosenriemen. Der Test im Fahrtwind steht noch aus.

Kommen wir zum Fußball. Ich erinnere mich gut, wie wir in Studententagen sonntags mit dem Fahrrad zum Reichstag gefahren sind, um auf der Rasenfläche davor Fußball zu spielen. Eine Ballhalterung KICKER besaßen wir damals noch nicht. FAHRER Berlin bereitet uns damit schon mal auf die Fußballweltmeisterschaft 2014 vor. Ebenfalls präsentiert wurde der Prototyp eines Trägersystems namens SINGLE RACK für das schutzblechfreie Bike und der Tasche KURIER, die mal dünn und mal breit sein kann. Die Halterung soll übrigens ebenso mit anderen bekannten Taschenherstellern funktionieren.

Noch ist das Angebot radtauglicher Schuhe außerhalb des Sports überschaubar. Selbst Labels wie Quoc Pham, Vittoria, Dromati oder Cycleur de Luxe verweisen noch auf den klassischen Rennsport. Außerdem wenden sie sich zuerst an den Mann. Mit dem „Reflector Geek“ zeigte Tracey Neuls aus London auf der Premium, dass es noch viel mehr in Richtung elegante Stadtschuhe für die Dame gehen kann. Der Schuh wird in den Farben Schwarz, Camel und Grau angeboten. Eine kräftige Gummisohle und kleine Reflektorzonen machen einen bürotauglichen Fahrradschuh daraus. Versprochen wird ein Leder, das im Alter gewinnt, sowie einen ähnlichen Bike Shoe für Herren – demnächst.

Brooks England bleibt seinem Weg zwischen Tradition, Anpassung an die Zeit und Innovation treu. Leider verschwinden in einer Großstadt selbst die hübschen Satteltäschchen schnell. Vielleicht bietet ein Lederaccessoire zum Mitnehmen daher ein angenehmeres Gefühl, wenn man das Rad für eine Weile aus den Augen lässt. Entsprechend hat sich das traditionelle Satteltäschchen vergrößert und lässt sich mittlerweile als Umhängetasche tragen.

Bei mir Zuhause liegt noch immer ein Testpaar trauriger, pechschwarzer „Fahrradsocken“ aus dem Jahre 2013 herum, das sich anfühlt, trägt und aussieht wie anno 1980. Daher galt mein Augenmerk auch dem Angebot eher lebensbejahender Socken, die tragbar sind, ohne dass jemand explizit „für Radfahrer“ drübergeschrieben hätte. Gefunden auf beiden Messen habe ich Burlington, Corgi (Fotos), Pantherella, Scott-Nichol, Penrose und Jungfeld. Wer will, der google. Alle werden demnächst im fahrradjournal in all ihrer Pracht vorgestellt.

Text + Fotos: wscher

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2 Comments

  • Waren wir nicht eigentlich immer Samstags vor dem Reichstag kicken?
    Und wie haben wir das damals bloß mit dem Balltransport gelöst? Heute unvorstellbar…

    • Hier hat sich tatsächlich ein Veteran und guter Bekannter des Editors zu Wort gemeldet. Olli! Der Fußball des einfachen Mannes vor dem Berliner Reichstag war einmal … Alle unsere Hoffnung richten sich jetzt auf Brasilien!

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