Foto: wscher / www.fahrradjournal.deAls die Firma Crumpler 1995 in Melbourne von Dave Roper, Will Miller und Namensstifter Stuart Crumpler gegründet wurde, konnten sie von Anfang an auf ihre Erfahrungen als Fahrradkuriere zurückgreifen. Mittlerweile gehören Notebooktaschen, Kamerarucksäcke, Rucksäcke, Taschen und Trolleys für alle zum Sortiment. Mit Muli hat Crumpler gerade eine neue Kollektion gelauncht. Sie basiert auf professionelle Messenger Bags und beinhaltet acht Taschen – vom Organiser über Sling bis zum Messenger Bag.

Seit einigen Wochen schon erprobe ich den „Muli Messenger L“ aus dieser Kollektion auf Alltagstauglichkeit. Bis auf Ausnahmen, auf die ich anlässlich einer Islandreise noch zurückkommen werde, richtet sich der erste Blick der im fahrradjournal vorgestellten Radbekleidung und Accessoires bekanntlich auf ästhetische Reize. Was diese angeht, hat die Tasche bereits farblich überzeugt: Olivgrün außen, Wasserschneckenorange innen. Vom Schnittdesign und den verarbeiteten Nähten her kann sich der Messenger Bag meines Erachtens ebenfalls gut sehen lassen.

Bei aller Verliebtheit in die Mode. Was nützt die schönste Tasche, wenn sie ihre Funktionen nicht erfüllt? Wer wie Crumpler eine dreißigjährige (!) Garantie auf seine handgefertigten Taschen verspricht, hat möglicherweise zuvor einiges hineingesteckt, um die dafür erforderliche Qualität zu erreichen. So besteht die Tasche aus „Chicken Tex Supreme™ 1000d Nylon“, ein Material, das als extrem reiß- und wetterfest beworben wird. Im Alltag fügte sich kürzlich eine wenig zimperliche Witterung zum Mountainbikeeinsatz, sorgten ordentliche Regenschauer sowie aufgespritzter Straßendreck für beste Testbedingungen. Am Abend nach dem Abenteuer ließ sich die Tasche leicht mit einem Lappen säubern. Von Nässe keine Spur.

Auch die dreifach aufgeteilten Innenfächer ließen sich von meinen kleinen fiesen Kugelschreibern, die bisher noch überall ein Loch schafften, bisher nicht beeindrucken. Ein Laptop bis zu einer Größe von 13 Zoll lässt sich in einem dafür gesondert vorgesehenen Fach verstauen. Zusätzlich gibt es zwei breite Reißverschlussfächer vorder – wie rückseitig und eine Halterung fürs Rücklicht.

Unterhalb der Hauptlasche sind Schlaufen eingewebt. Sie sollen für die Multi Roll, den Organizer oder ein U-Lock nutzbar sein. Das mit dem U-Lock bezieht sich hier einmal mehr auf die Spielzeugausstattung des videoclip-tauglichen Großstadtnarzissten auf dem Fixie-Bike, wie es auch von anderen Herstellern immer wieder suggeriert wird. (Siehe meine Kritik an der Levi´s Commuter Jeans.) Ein diebstahlsicheres U-Lock habe ich jedenfalls nicht unterbekommen. Das blieb deshalb in der Tasche. Elegant dagegen ist der feine Reflektorstreifen.

Zuletzt noch eine der wichtigsten Eigenschaften einer guten „Umhängetasche“: Sie sollte nicht beim Radfahren behindern. Die „Muli Messenger“ rutscht nicht und sitzt wie angegossen, dank einer beidseitig einsteckbaren „3rd Leg Trage-Stabilisierung“. (Nur auf den Fotos wurde sie lässiger getragen – bitte nicht irritieren lassen.) Insgesamt eine der robustesten und gleichzeitg auch filigransten Taschen, die mir bisher untergekommen sind. Sie wird derzeit zu einem erstaunlichen Preis von 89,00 Euro angeboten.

Text: wscher / Fotos: Jeltschin / wscher

Mehr von der Muli Kollektion und von Crumpler gibt es hier.

Noch mehr Fahrradmode findet sich hier sowie in der fahrradjournal Brand List A-Z.

Foto: wscher / www.fahrradjournal.deFoto: Jeltschin / www.fahrradjournal.de