Foto: Vespertine

Regelmäßig stellt fahrradjournal internationale Fahrradmodeideen vor, um ein bisschen Abwechslung in den traditionellen Radbekleidungsalltag zu bringen. In der dunkleren Jahreszeit verstärkt reflektierende Mode. Ebenso regelmäßig  interpretieren manche diese Ideen überraschend als eine Art Affront gegen Radfahrer/innen um. Gelegentlich definieren sie sich dabei über andere Verkehrsteilnehmer bzw. deren Vehikel, vorzugsweise das Auto. Mit Blick auf reflektierende Kleidung schlug jemand sogar vor, dass dann ja auch Autos Kleider tragen müssten! Beim Anteasern von Mode geht es aber um das Gegenteil von etwas müssen. Auch wenn nach dem Toleranzprinzip nichts dagegen einzuwenden ist, wenn Autos Kleider tragen oder jemand ein Automodeblog betreibt oder in Sportklamotten oder Jogginghosen oder nackt ins Büro radelt. Hier geht´s um Fahrradmode. Und das hat viel mit Lust, Spaß und Ausprobieren zu tun. Das berührt u. a. die Frage, wie Fahrradfahren auch präsentiert und verkauft wird oder attraktiv sein kann. Denn es gibt nie nur das eine, das Richtige, das Falsche, sowenig wie es den Radfahrer gibt, außer in unseren Projektionen. Und so wie dem einen Pedaleur Fahrradmode am Allerwertesten vorbeigeht, zeigt nicht zuletzt das wachsende Angebot kleiner und großer Hersteller, dass es andere Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer gibt, die sich daran begeistern. Nach dieser Sonntagsrede zur kulturellen Vielfalt wird die Vorstellungsreihe mit Vespertine stoisch fortgesetzt. Film und Musik ab: Let´s never stop falling in love. Näheres auf der Website des Herstellers.

Text: wscher / Fotos: Vespertine / Video: Perfect & Orbicular