Radio
Diese Sendung ist wie ein ruhiger langer Fluss. Im Stil der alten Radio Days erlauben sich Thomas und Hans Dorsch großzügige Abschweifungen. Sie unterhalten sich zum Beispiel erst einmal ein bisschen über Musik, dann über Podcasts, streifen endlich Buchtitel wie „Cyclepedia – Iconic Bicycle Designs“ oder „Die Gefangenen der Landstraße“, einmal sogar ein gewisses fahrradjournal. Sie erwähnen neue Geschwindigkeitsbegrenzungen in Köln, den Shared Space, die jüngste Diskussion um neue Reifengrößen zwischen 26 und 29 Zoll oder die 87 Regeln des Fahrradfahrens. So geht´s über eine gute Stunde. Und hier geht’s zum fahrradio mit vielen anregenden Links. +++
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+++ Bereits im Dezember fand im „Funkhaus Europa” ein ganzer Thementag Radfahren statt, mit dem blendenden Untertitel „Die effektivste Art der Fortbewegung“. In Beiträgen von drei bis fünf Minuten Länge ergibt sich eine nachhörbare Rundumschau der Themen, die die Welt des Radfahrers auch bewegen. Gerade wieder aktuell: In den Kurven nicht (scharf) bremsen, Sattel etwas tiefer stellen, Luftdruck aus den Reifen nehmen, Spikes oder Sattelüberzug aus Lammfell, etc.— Radfahren im Winter. Darf ebenfalls nicht fehlen: Der Beitrag „E-Fahrrad im Selbsttest“. Unter dem Titel „Sollte der Staat Radfahrer belohnen?“ wiederum spricht Vivian Perkovic mit Jan Mücke, parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. Außerdem die viel beliebte und doch so wenig fortschrittliche Lagerdebatte „Radler kontra Autofahrer“. Etwas witziger dagegen, wenn „Funkhaus Europa“-Korrespondentin Annette Birschel berichtet, wie es so in Holland zugeht. Dort soll es 34.000 Kilometer Radwege geben. 400.000 Millionen Euro pro Jahr werden für fahrradfreundliche Wege ausgegeben. Jetzt will man Schnellwege parallel zur Autobahn bauen. Schwimmende Parkhäuser entstehen in den Grachten, bis zu vier Etagen hoch, um den Parkplatzproblemen hinterherzukommen. Unter „Mehr Themen“ befindet sich sogar noch eine mehrteilige Sendung über Rechte und Pflichten von Rad- und Autofahrern. Wiederhören hier.
Weitere Radioempfehlungen sind unter Blogs & Mags gelistet.
Fahrradmagazin
Die neue „radzeit“ hält ein Interview mit der Verkehrspsychologin Renate Buffaloe bereit. Die hat es mit Autofahrern und Radlern zu tun, die zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) müssen. Bekanntlich macht der übermäßige Genuss von Suchtmitteln einen Radfahrer nicht gerade tauglicher für den Straßenverkehr als einen Autofahrer. Außerdem erlebt die Psychologin eine zunehmende Feindschaft unter städtischen Verkehrsteilnehmern. Sie selbst fährt deshalb lieber auf dem Land mit dem Fahrrad. Zur Verbesserung der Akzeptanz plädiert sie für Shared-Space-Zonen in Berlin, hilfsweise für ansteckende Moral und meint damit schlicht und ergreifend, ein Vorbild sein im Straßenverkehr.
Kerstin Finkelstein schreibt u. a. über Winterradeln auf Island. Außerdem rezensiert die Chefredakteurin des ADFC-Magazins die „Bicycle Diaries“ von David Byrne. Unter der Überschrift „Road to somewhere“ stört sie sich an oberflächliche Gleichsetzungen sowie mangelnde Geschichtskenntnisse des Tagebuchschreibers und empfiehlt „lieber einen von Byrne entworfenen Fahrradständer in Form eines Pumps vor das Haus als dieses Buch in den Schrank“ zu stellen. So ein Ständer nämlich halte sein Versprechen. Die Rezension ist viel differenzierter als hier dargestellt. In der fahrradjournal-Rezension schneidet der Autor allerdings kaum besser ab.
Mit Verweis auf den kleinen Umweltmakel beim E-Bike wagt dann noch ein Leserbrief etwas Kritik außerhalb der großen Vermarktungsmaschine der Hersteller. Das war in letzter Zeit auffallend selten zu lesen. Warum eigentlich nur?
Wer die gedruckte „radzeit“ nicht erhält, kann sie auch über diesen Link lesen.
vivavelo
Nach 2010 findet vom 27. bis 28. Februar zum zweiten Mal der Kongress der Fahrradbranche „vivavelo“ in Berlin statt. Gemäß Konzept treffen Branche, Politik und Medien zusammen. Ein Querlesen des Programmheftes verrät bereits interessante Fachvorträge und Diskussionen. So werden Studien wie „Viver – Vision für nachhaltigen Verkehr in Deutschland“ oder Trendstudien über die Typisierung von Fahrradfahrern (Individualisten, Pragmatiker, Verantwortungsbewusste etc.) vorgestellt. Die Berücksichtigung ethischer Standards und ökologischer Aspekte in Fahrradunternehmen wird ebenso Thema wie Strategiemodelle für eine andere Verkehrsplanung, wenn die klassisch „reaktive“ und problemorientierte Verkehrsplanung an ihre Grenzen stößt. Und just wo sich der neue Radverkehrsplan 2020 in der internen Abstimmung im Ministerium befindet, sollen auf dem „Podium Politik“ Vertreter der Politik, der Fahrradbranche und der Verbände ihre Erwartungen diskutieren. Großen Raum nimmt auch das Pedelec ein. Da heißt es etwa „Pedelec Global – zwischen Monokultur und Artenvielfalt?“ oder „Chancen des E-Bike-Tourismus“, aber auch „Batterieentwicklung und -sicherheit“ oder „Pedelecs aus der Sicht eines Prüfhauses“. Der Geschäftsführer des VSF e. V. und vivavelo-Initiator Albert Herresthal jedenfalls verspricht im Programmheft, dass sich auf dem Kongress „gute Möglichkeiten ergeben, auch mal über kritische Fragen miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Bleiben wir also gespannt auf den vivavelo-Kongress!
wscher
+++ Eine Woche Fahrradkultur +++ Eine Woche Fahrradkultur +++ Eine Woche Fahrradkultur +++
Veranstaltungshinweise für die fahrradwoche? E-Mail an: redaktion@fahrradjournal.de
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