The Road Uphill

The Road Uphill / Bild: Paul Thiltges Distributions

Die Luxemburger konnten den Film bereits in ihren Kinos sehen. In Deutschland lief “The Road Uphill” gerade als Screening auf dem European Film Market (EFM). Die Dokumentation begleitet die Brüder Andy und Fränk Schleck und das Team Leopard Trek bei der Tour de France 2011. Soviel sei verraten: Wer ein bisschen genervt war von Pepe Danquarts vor sich hin plätschernder Heldenverklärung  “Höllentour” – war jemand davon genervt? – der erhält mit diesem Film eher eine Darstellung persönlicher Beziehungen. Gerade Zuschauer, die sonst wenig am Hut haben mit der Tour de France, dürften dabei auf ihre Kosten kommen. Dafür sorgt u. a. der per se schon filmreif-charismatische Kolumnist der l´Équipe Philippe Brunel, etwa wenn er Andy Schleck konzentriert ein Geheimnis zu entlocken sucht oder über die “Twins” – die eigentlich doch keine sind – philosophiert. Das ergibt weniger einen reißerischen Sportclip und viel ruhige Töne. Die Helden sind nicht ganz so cool wie etwa in “Höllentour.” Der Film bleibt auf dem Teppich. Die Tour ist das äußere Gerüst, das allerdings als Taktgeber eingesetzt wird. Die Spannung jedoch entsteht durch die Nähe, das Heranrücken an die Personen. Wenn es dann zurück ins Peloton geht, macht auch die Wiederschau der Tour 2011 Sinn.

“Und das Doping? Wo bleibt das Doping!” höre ich es schon in den Ohren klingen und habe diese Frage pflichtbewusst an den Produzenten Paul Thiltges weitergereicht. Der betonte wenig überraschend, der Film erzähle eine Brudergeschichte und fügte hinzu: “Stellen Sie sich mal vor, ich würde diesem Team eine In-depth Reportage anbieten. Ob sie clean sind oder nicht, die würden sagen: Wir wollen hier gerade ein Team aufbauen. Da werden wir nicht nachts in ihre Zimmer reingehen, um nachzuschauen, ob die Blutdoping machen.” Das wäre dann wohl auch ein anderer Film. Da muss man dem Kino auch einmal erlauben, eigene Geschichten zu erzählen.

Paul Thiltges und Jens Voigt nach dem Screening im Ritz-Carlton / Foto: wscher

Jens Voigt, der mit seiner Frau zum Screening kam, zeigte sich beeindruckt über die innige Beziehung der beiden Schlecks. Dass er selbst 2011 auch die Rolle des Blitzableiters gespielt habe, über den die Teamkollegen ihre (freundschaftlichen) Witzchen machten, sagt er im Film, wie hinterher: “Das war in der Tat so. Vermutlich biete ich auch eine große Angriffsfläche. Ich habe aber Schultern, die breit genug sind, dass auch mal ein Witz über mich gemacht werden kann.”

In Luxemburg wird der Film vor der Tour de France als DVD auf dem Markt kommen und wird dadurch über das Internet bestellbar sein. Auch in Deutschland gibt es nach Angaben Thiltges großes Interesse, den Film zu zeigen. Wie das genau geschieht, soll sich in den nächsten drei bis vier Wochen klären. fahrradjournal wird informieren, sobald es etwas Neues gibt.

Eine ausführliche Rezension folgt hier oder als Print, dann gibt´s den Link.

wscher

 

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