vivavelo
Zur Abwechslung sei an dieser Stelle etwas Wirtschaft erlaubt. Zwar steht die Wirtschaftspressekonferenz des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) erst gegen Ende März ins Haus. Anlässlich des bevorstehenden Branchenkongresses vivavelo haben der VSF-Vorsitzende Albert Herresthal und Trendscope aber schon mal ein paar Zahlen rund um die Fahrradwirtschaft aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. Demnach liegt der geschätzte Zweiradbestand derzeit bei knapp unter 70 Millionen Stück, während der Pkw-Bestand bei 42,9 Millionen liegen soll. Das Umsatzvolumen des Fahrradhandels beträgt 5 Milliarden Euro. Das Wachstumspotenzial des Fahrradmarktes von 2010 – 2012 wird mit 3,65 Prozent eingeschätzt. Im sogenannten Premium-Fachhandel lag der Preis fürs Velo durchschnittlich bei 1089,00 Euro. Darunter versteht man kleinere bis mittlere qualitätsorientierte Fachgeschäfte mit Fokus auf Kundenberatung. Bereits aus dem Fahrrad Monitor Deutschland 2011 war bekannt, dass der Durchschnittspreis für ein gekauftes Rad über alle Vertriebswege 2011 bei etwa 600,00 Euro lag. Insgesamt wird eine weitere Steigerung sowohl des Durchschnittspreises als auch der Qualität erwartet.
Im Bereich E-Bike/Pedelecs wurden 300.000 Stück zu einem Durchschnittspreis von 1.975 Euro abgesetzt. Mehr als 700.000 davon sollen hierzulande bereits auf den Straßen rollen. Urbanisten in Hamburg oder Berlin mögen diese Zahl von der eigenen Beobachtung her in Zweifel ziehen. Tatsächlich soll es erhebliche regionale Unterschiede geben. Während die Großstädter weniger für den Boom verantwortlich sind, soll das E-Bike in Gebieten mit entsprechenden Höhenunterschieden oder langen Wegstrecken einen ganz anderen Zuspruch finden.
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Das Gesamtvolumen der Fahrradwirtschaft soll aktuell bei 16 Milliarden Euro liegen. Diese Zahl schließt allerdings den Fahrradtourismus mit ein. Industrie, Handel, Tourismus, Infrastruktur und sonstige Bereiche addiert ergeben sich dank des Fahrrads 278.00 Arbeitsplätze.
Weitere Erkenntnisse am Rande: 98 Prozent der Deutschen ab 18 Jahren können tatsächlich Fahrradfahren, 80 Prozent besitzen mindestens ein Fahrrad. Und wer touristisch mit dem Rad quasi als sein eigener Motor unterwegs ist, gibt mehr Geld für Essen und Trinken aus als der Pkw-Tourist. Wer aber mit dem Fahrrad zum Shoppen fährt, gibt weniger aus, kommt dafür umso öfter. Mehr über den vivavelo-Kongress hier sowie in der kommenden fahrradwoche.
Berliner Fahrrad Schau
Nicht vergessen: fahrradjournal präsentiert sich auf der Berliner Fahrrad Schau am 3. und 4. März in der Blogger Lounge. In Kürze werden einige Ausstellerporträts in der neuen Rubrik Messe Lounge veröffentlicht. Dort ist auch unser Programm zu finden.
Bücher
Auf zwei Neuerscheinungen sei zum Fahrradfrühling hingewiesen: Das sitzt perfekt! Was sitzt perfekt? Fahrrad und Mode. So zumindest bewirbt der Verlag das folgende Buch. Und es war ja nur eine Frage der Zeit bis Mikael Colville-Andersen mit einem Buch „Cycle Chic“ herauskommt. Im Verlagstext heißt es: „Eine junge, flexible Generation nutzt ihr City-, Mountain- oder Cruiserbike als Fashion-Statement. „Cycle Chic” zeigt in unzähligen Schnappschüssen witzige, praktische, originelle und in jedem Fall individuelle Stylings von Radfahrern all over the world.“ Das kennen wir schon ein bisschen von der Website. In Deutschland soll das Buch am 21. Mai herauskommen. Mikael Colville-Andersen, Cycle Chic, Prestel Verlag, 288 Seiten, geb., 300 farbige Abbildungen, 19,95 Euro.
Im selben Verlag erscheint gerade der Bildband „Cycle Style“ von Horst A. Friedrichs. (176 Seiten, geb, 200 farbige Abbildungen, 24,95 Euro.) Der Fotograf arbeitete als Fotoreporter und Bildjournalist für STERN, Geo und New York Times und für zahlreiche andere Magazine im In- und Ausland. Hippe Großstädter, trendige Fahrräder, Tweed-Jackett, Stilettos, Röhrenjeans oder Blumenkleid, Anything goes – besonders in der Fashion-Metropole London. So in etwa tönt die Verlagswerbetrommel hier. Die Fotos überzeugen da viel besser. Der Clip spricht für sich. Es lebe der Dandy. Und das Velo.
wscher





