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	<title>fahrradjournalfahrradjournal | fahrradjournal</title>
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	<description>Das Feuilleton für Radkultur</description>
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		<title>Wie man sich lästige Kunden vom Leib hält (I.)</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2012 12:02:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Velozentrik]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradfeuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradsatire]]></category>

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		<description><![CDATA[Kürzlich hat jemand sein Fahrrad schlecht behandelt und wollte anschließend Absolution vom Fachmann dafür haben. Weil diese Logik nicht so richtig aufging, fühlte er sich schlecht behandelt. Im nächsten Schritt machte er sich daran, vom Besonderen auf das Allgemeine zu schließen und schrieb in der Süddeutschen Zeitung, wie blöd es doch sei, wenn ein Fachhändler Fachkenntnisse präsentiere. Für den Fahrradfachhandel stellt sich da zu Recht die Frage, wie man sich solch unliebsame Laufkundschaft vom Leib hält. Velozentrik hat in einer zweiteiligen Serie einfache Maßnahmen zusammengestellt, effektiv gegen verschiedene Kundentypen vorzugehen. Hier kommt der erste Teil: &#160; Schnorrer Um zu zeigen, dass Schnorrer keine Chance haben, sollte eine Leistung niemals kostenlos angeboten werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Ressourcen knapp sind: &#160; &#160; Stellplatznomaden Es gibt nicht nur Mietnomaden, die arrogant Obdach nehmen, ohne dafür zu zahlen. Weit verbreitet ist der Täterkreis der Fahrradbesitzer/innen, die unter dem billigen Vorwand einer Reparatur ihr Rad beim Fachhändler einschleichen. Ihre wahre Absicht: Sie wollen die Garagenmiete sparen, weshalb sie auch Stellplatznomaden genannt werden. Das richtige Türschild kann Abhilfe verschaffen: &#160; &#160; Voyeure, Gourmets, fanatische Testzeitschriftenleser Insbesondere Kiezfahrradläden laufen häufig Gefahr, von drei bösartigen Kundengruppen belästigt zu werden, die erfahrungsgemäß keinen Umsatz bringen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich hat jemand sein Fahrrad schlecht behandelt und wollte anschließend Absolution vom Fachmann dafür haben. Weil diese Logik nicht so richtig aufging, fühlte er sich schlecht behandelt. Im nächsten Schritt machte er sich daran, vom Besonderen auf das Allgemeine zu schließen und schrieb in der <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/37459">Süddeutschen Zeitung</a>, wie blöd es doch sei, wenn ein Fachhändler Fachkenntnisse präsentiere.</p>
<p>Für den Fahrradfachhandel stellt sich da zu Recht die Frage, wie man sich solch unliebsame Laufkundschaft vom Leib hält. Velozentrik hat in einer zweiteiligen Serie einfache Maßnahmen zusammengestellt, effektiv gegen verschiedene Kundentypen vorzugehen. Hier kommt der erste Teil:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Schnorrer</strong></p>
<p>Um zu zeigen, dass Schnorrer keine Chance haben, sollte eine Leistung niemals kostenlos angeboten werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Ressourcen knapp sind:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/velozentrik/wie-man-sich-lastige-kunden-vom-leib-halt-i/attachment/425827_315694348492046_100001544490928_886917_1147811718_n/" rel="attachment wp-att-4740"><img class="size-medium wp-image-4740 aligncenter" title="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/425827_315694348492046_100001544490928_886917_1147811718_n-300x225.jpg" alt="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="300" height="225" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Stellplatznomaden</strong></p>
<p>Es gibt nicht nur Mietnomaden, die arrogant Obdach nehmen, ohne dafür zu zahlen. Weit verbreitet ist der Täterkreis der Fahrradbesitzer/innen, die unter dem billigen Vorwand einer Reparatur ihr Rad beim Fachhändler einschleichen. Ihre wahre Absicht: Sie wollen die Garagenmiete sparen, weshalb sie auch <em>Stellplatznomaden</em> genannt werden. Das richtige Türschild kann Abhilfe verschaffen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/velozentrik/wie-man-sich-lastige-kunden-vom-leib-halt-i/attachment/419766_315694621825352_100001544490928_886918_2146007780_n/" rel="attachment wp-att-4741"><img class="size-medium wp-image-4741 aligncenter" title="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/419766_315694621825352_100001544490928_886918_2146007780_n-300x225.jpg" alt="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="300" height="225" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Voyeure, Gourmets, fanatische Testzeitschriftenleser</strong></p>
<p>Insbesondere Kiezfahrradläden laufen häufig Gefahr, von drei bösartigen Kundengruppen belästigt zu werden, die erfahrungsgemäß keinen Umsatz bringen und auch niemals wiederkommen.</p>
<p>Da sind zunächst einmal die <em>Voyeure</em>, die „nur mal so gucken wollen“. Unter dem Vorwand, sich zu informieren, stehlen sie gezielt Blicke und Zeit. Um das Vertrauen eines Ladeninhabers zu gewinnen, stellen sie einfache Fragen und tun ganz unsicher dabei. Ist der angebliche Kunde also unsicher und stellt einfache Fragen, sollte das in eine natürliche Alarmbereitschaft versetzen.</p>
<p><em>Gourmets</em> wiederum verwechseln einen Fahrradladen mit einem Drei-Sterne-Restaurant, halten mit eigenen geschmackvollen Ideen nicht hinter dem Berg, sind übertrieben neugierig und interessiert, grummeln etwas von schlecht verschweißten Rahmen vor sich hin und haben noch nie davon gehört, dass nun einmal gegessen wird, was auf den Tisch kommt.</p>
<p>Die schlimmste Sorte Kunden sind <em>fanatische Testzeitschriftenleser</em>. Die sind oft männlich, tragen eckige Lesebrillen und schleppen die kaum verhüllte Wut des Angestellten eines ehemals staatlichen Telekommunikationsunternehmens mit sich herum. Bevorzugt kommen sie in Geschäfte, die harmlose Hollandräder und Citybikes im Sortiment führen. Dort kreischen sie:</p>
<p>„Haben Sie auch das neue Cannondale Supersix Evo Red?“</p>
<p>Wer drauf reinfällt, wird jetzt anbieten, das Rad zu bestellen.</p>
<p>Daraufhin wird der Testzeitschriftenleser seinen hasserfüllten Blick auf das Sortiment sprühen und sagen:</p>
<p>„Ich habe schon verstanden“, und grußlos den Laden verlassen.</p>
<p>Unser Tipp gegen alle drei Kundengruppen: Niemand ist verpflichtet, auf Kundenfragen zu reagieren. Wer zu viele Worte macht, riskiert nur einen fanatischen Leserbrief oder einen negativen Eintrag irgendwo im Internet. Es ist also das gute Recht auf Selbstverteidigung gerade eines Kiezladens, den Kunden wie Luft zu behandeln.</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/velozentrik/wie-man-sich-lastige-kunden-vom-leib-halt-i/attachment/fahrradladen/" rel="attachment wp-att-4742"><img class="aligncenter size-medium wp-image-4742" title="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Fahrradl%C3%A4den-300x175.jpg" alt="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="300" height="175" /></a></p>
<p>Fortsetzung folgt!</p>
<p>Text: wscher / Fotos: wscher / Zeichnung: Joel Cairo<br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/8777067b02844795b9efebe77c4c020a" alt="" width="1" height="1" /><br />
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		<title>Cycle Chic &#8211; Das Buch</title>
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		<comments>http://fahrradjournal.de/rezension/cycle-chic-das-buch/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 May 2012 08:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fahrradmode]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Cycle Style]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Mikael Colville-Andersen]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Anfang war das Licht „Es war das Licht, die Bewegung und die urbane Szene“, sagte Mikael Colville-Andersen einmal über das erste Foto, welches er zufällig von einer elegant gekleideten Dame schoss, als er im November 2006 gerade auf dem Weg zur Arbeit war. Als Kopenhagener hätte er das Fahrrad überhaupt nicht bemerkt. Aber er machte noch mehr Fotos von elegant geleideten Frauen auf Fahrrädern und stellte sie in einen Blog. Damit hatte der Journalist, Filmemacher, Fotograf und „Urban Design“ Berater seine Nische gefunden. Mit dem urbane Gestaltungskonzept „Copenhagenization“ und mit dem 2007 gegründeten Blog „Copenhagen Cycle Chic“ und seinen weltweiten Ablegern wurde er populär. „Zeitungen wie die New York Times, bringen mindestens zwei Mal pro Saison einen Artikel über Cycle Chic, und darüber, wie Leute ihre Fahrräder fahren, ohne eine große Sache daraus zu machen,“ witzelt Eben Weiss alias Bike Snob NYC in seinem neuesten Buch über die Cycle Chic-„Bewegung.“ Und weiter: „Dabei ist es wirklich offensichtlich, dass sie eine Riesensache daraus machen.“ Tatsächlich soll beim Cycle Chic die Person im Vordergrund stehen, der Stil geht immer vor der Geschwindigkeit, Funktionskleidung und jede speziell fürs Radfahren hergestellte Klamotte gilt als verpönt. &#160; Das Manifest Er habe es immer anderen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/rezension/cycle-chic-das-buch/attachment/unbenannt-15/" rel="attachment wp-att-4533"><img class="alignleft size-medium wp-image-4533" title="Cover: Prestel Verlag" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Cycle-Chic-211x300.jpg" alt="Cover: Prestel Verlag" width="211" height="300" /></a><strong>Am Anfang war das Licht</strong></p>
<p>„Es war das Licht, die Bewegung und die urbane Szene“, sagte Mikael Colville-Andersen einmal über das erste Foto, welches er zufällig von einer elegant gekleideten Dame schoss, als er im November 2006 gerade auf dem Weg zur Arbeit war. Als Kopenhagener hätte er das Fahrrad überhaupt nicht bemerkt.</p>
<p>Aber er machte noch mehr Fotos von elegant geleideten Frauen auf Fahrrädern und stellte sie in einen Blog. Damit hatte der Journalist, Filmemacher, Fotograf und „Urban Design“ Berater seine Nische gefunden. Mit dem urbane Gestaltungskonzept „Copenhagenization“ und mit dem 2007 gegründeten Blog „Copenhagen Cycle Chic“ und seinen weltweiten Ablegern wurde er populär.</p>
<p>„Zeitungen wie die New York Times, bringen mindestens zwei Mal pro Saison einen Artikel über Cycle Chic, und darüber, wie Leute ihre Fahrräder fahren, ohne eine große Sache daraus zu machen,“ witzelt Eben Weiss alias Bike Snob NYC in seinem <a href="http://www.chroniclebooks.com/titles/the-enlightened-cyclist.html"><span style="text-decoration: underline;">neuesten Buch</span></a> über die Cycle Chic-„Bewegung.“ Und weiter: „Dabei ist es wirklich offensichtlich, dass sie eine Riesensache daraus machen.“</p>
<p>Tatsächlich soll beim Cycle Chic die Person im Vordergrund stehen, der Stil geht immer vor der Geschwindigkeit, Funktionskleidung und jede speziell fürs Radfahren hergestellte Klamotte gilt als verpönt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Manifest</strong></p>
<p>Er habe es immer anderen überlassen, zu definieren, was Cycle Chic ist, schreibt Colville-Andersen einleitend im Buch „Cycle Chic“. Allerdings folgt das Cycle Chic-Manifest gleich auf der nächsten Seite. Stil-Manifest wäre wohl auch keine schlechte Bezeichnung, dessen Sätze im Deutschen nicht ganz so cool klingen, wie im <a href="http://www.copenhagencyclechic.com/2008/04/cycle-chic-manifesto.html"><span style="text-decoration: underline;">englischen Original</span></a>:</p>
<ul>
<li>Ich verpflichte mich dem Cycle Chic, und werde stets Stil vor Geschwindigkeit wählen.</li>
<li>Ich stehe zu meiner Verantwortung, visuell zu einer ästhetisch ansprechenden urbanen Landschaft beizutragen.</li>
<li>Ich bin mir bewusst, dass meine Präsenz in besagter Landschaft andere inspirieren wird, ohne dass ich als „Fahrradaktivist” gelabelt werde.</li>
<li>Ich werde stets mit Anmut, Eleganz und Würde fahren.</li>
<li>Ich wähle ein Fahrrad, das meine Persönlichkeit und meinen Stil reflektiert.</li>
<li>Ich werde ein Fahrrad als Transportmittel und Bereicherung meines persönlichen Stils betrachten, aber niemals erlauben, dass es mir die Schau stiehlt.</li>
<li>Ich werde danach streben, dass der Gesamtwert meiner Kleidung immer den Wert meines Fahrrads übersteigt.</li>
<li>Ich werde meine Accessoires in Übereinstimmung mit den Standards der Fahrradkultur wählen und, wo möglich, einen Kettenschutz, Ständer, Rockschutz, Schutzbleche, Klingel und Korb anbringen.</li>
<li>Ich werde die Verkehrsregeln respektieren.</li>
<li>Niemals will ich jegliche Form von Fahrrad-Funktionskleidung tragen oder besitzen.</li>
</ul>
<p><em>(Quelle: Colville-Andersen, Cycle Chic, Prestel Verlag 2012)</em></p>
<p>Da so ein Manifest der eingeforderten Individualität im nächsten Schritt gleich wieder Regeln auferlegt, muss die Sache wohl eher ideell gelesen werden. Anderenfalls wäre der Betrachter eines typischen Cycle Chic Strandfotos zu der heiklen Spekulation gezwungen, ob der Gesamtwert der leichten Badebekleidung einer Dame tatsächlich den ihres City Bikes übersteigt, während ein Funktionskleidungsfetischist (zumindest der Preise halber)  auf selben Rad triumphieren könnte.  Deshalb kann man Cycle Chic kurz und gut als eine (Wieder-) Bewusstwerdung des modischen Radelns im städtischen Raum nehmen, nachdem das Fahrrad für lange Zeit als nicht so sexy galt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a><img class="alignleft size-medium wp-image-4536" title="cyclechic_newphotos / Foto: M. Colville-Andersen" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/cyclechic_newphotos-13-300x200.jpg" alt="cyclechic_newphotos / Foto: M. Colville-Andersen" width="300" height="200" /></a><strong></strong></p>
<p><strong>Cycle Tease, Cycle Girls</strong></p>
<p>Der Fotoband zelebriert die urbane Alltagsfahrradkultur, die offenbar dazu taugt, aus den Städten „ein Fest für unsere Sinne zu machen.“ Besonders für den Fahrradfahrer. So schreibt Colville-Andersen in einem der knappen Einleitungstexte zu den Kapiteln des Buches, dass er davon überzeugt sei, dass man beim Radeln nicht nur Regen und Schnee, sondern selbst das Sonnenlicht auf den Lippen schmecken kann.</p>
<p>Sortiert nach „Farbe, Muster, Haltung“, „Draussen unterwegs“, „Tandem“, „Zeitlose Eleganz“ sowie „Liebe zum Detail“ werden Schnappschüsse aus allen Teilen der Welt präsentiert. Menschen, die bei jedem Wetter mit individueller Garderobe aufs Rad gestiegen sind. Verliebt radelnde Paare, Kinder einmal Huckepack, einmal auf der Stange, Schoßhunde im Fahrradkorb, große Hunde auf dem Lastenrad, Frauen und Mädchen in Minis auf dem Hollandrad, Frauen in Kleidern auf dem City Bike. Ziemlich oft geht’s frei nach „The Bicyle Song“ von Poul Henningsen zu: „Sweet shoes on pedals, cycle tease, cycle girls.“ Fotos mit Männern finden sich vermehrt im Kapitel „Zeitlose Eleganz“. Die fahren dann doch schon mal Pedersen-, Pashley Guv´nor- oder Velorbis Leikier-Räder. Mit das schönste Foto bleibt ein kontrastreiches Bild aus Japan. Da fährt links eine Frau mit Regenschirm auf einem Alltagsrad. Der Betrachter sieht sie von hinten. Ihr entgegen kommt von rechts eine Gruppe in Lycra gekleideter Rennradfahrer. Trotz bester Ausrüstung und Leistungsbereitschaft dieser Truppe. Schlichte Anmut siegt hier im Vorübergehen über jede Anstrengung.</p>
<p>Das hätte auch eine dieser Bildunterschriften sein können, die, wie in vielen anderen Fotobänden auch, wenig Vertrauen in die Kompetenz des Betrachters verraten. Oder in die Aussagekraft eines Bildes. Muss ein Foto wirklich mit „Sommerzeit ist Hochsaison für Radfahrer“ untertitelt werden? Andererseits lesen sich wahrscheinlich nur Rezensenten zuerst durch die Bildunterschriften eines Fotobandes. Was hier zählt, sind nun einmal die witzig-leichten und lebensbejahenden Schnappschüsse. Die anzuschauen, macht wirklich Spaß.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vienna calling</strong></p>
<p>Die Premiere der deutschsprachigen Ausgabe des Buches findet heute übrigens in Wien statt,  in Anwesenheit von Mikael Colville-Andersen, dem Vienna Cycle Chic Blogger Paul Rasper und dem Fahrradbeauftragten Martin Blum:<br />
18.00 &#8211; 19.00 Uhr Get-together mit Welcome Drinks, Snacks und Musik<br />
19.00 Uhr Buchpräsentation &amp; Diskussion<br />
20.00 &#8211; 22.00 Uhr Cycle Chic &#8211; Party<br />
Ort: FahrRADhaus Wien, 1., Friedrich-Schmidt Platz 9</p>
<p>Text: wscher / Cover: Prestel Verlag / Fotos: Mikael Colville-Andersen</p>
<p><em>Mikael Colville-Andersen, </em>„<em>Cycle Chic″, Prestel Verlag 2012, geb., 288 Seiten, 300 farbige Abbildungen, 19,95 Euro, (20,60 [A], 28,50 [CHF]</em></p>
<p>Noch mehr Cycle Chic aus <a href="http://www.copenhagencyclechic.com/"><span style="text-decoration: underline;">Kopenhagen</span></a> und zur Wiener Premiere natürlich von <a href="http://viennacyclechic.at/">Vienna Cycle Chic</a>.</p>
<p>Das könnte auch noch interessant sein: <a href="http://fahrradjournal.de/rezension/cycle-style/">Die Buchrezension von Cycle Style </a></p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/127e803591224d7192a998585ab41c34" alt="" width="1" height="1" /><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Fahrradparkhaus Berlin?</title>
		<link>http://fahrradjournal.de/interview/fahrradparkhaus-berlin/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=fahrradparkhaus-berlin</link>
		<comments>http://fahrradjournal.de/interview/fahrradparkhaus-berlin/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 May 2012 11:15:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradparkhaus Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Interview mit Burkhard Horn]]></category>
		<category><![CDATA[mobile Fahrradparkanlagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Zunahme des urbanen Radverkehrs werden Stellplätze knapper. Viele Städte besitzen Radstationen, in denen das Fahrrad insbesondere für Pendler sicher geparkt werden kann. In Hamburg-Bergedorf wurde kürzlich eine solche eröffnet, erntete aber gleich Kritik wegen der hohen Jahresgebühr. Merkwürdig ist es schon, dass es noch immer kein Fahrradparkhaus in Berlin gibt. Bereits Mitte März führte fahrradjournal ein Gespräch mit Burkhard Horn von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz in Berlin. Darin ging es u. a. um das Fahrradparken. Hier ein Auszug aus dem Gespräch: &#160; Herr Horn, viele kleinere Städte haben ein Fahrradparkhaus, warum hat die Hauptstadt keines? In den Kleinstädten gibt es einen Bahnhof und klare Pendlerströme. Städte wie Münster, Göttingen, die Städte in NRW haben meistens einen zentralen Bahnhof, sie haben klar gerichtete Pendlerbeziehungen. Das ist in Berlin schon schwieriger aufgrund der Polyzentralität der Stadt. Da kann man nicht einfach sagen, ich platziere ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof, am Ostbahnhof oder am Zoologischen Garten &#8230; Oder an allen drei Standorten … … dazu braucht man in der Regel die Deutsche Bahn als Partner, weil es meist deren Flächen sind, die für einen Standort attraktiv wären. Und das ist nicht einfach, weil die Deutsche Bahn das Fahrrad nach wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Mit der Zunahme des urbanen Radverkehrs werden Stellplätze knapper. Viele Städte besitzen Radstationen, in denen das Fahrrad insbesondere für Pendler sicher geparkt werden kann. In Hamburg-Bergedorf wurde kürzlich eine solche eröffnet, erntete aber gleich Kritik wegen der hohen Jahresgebühr. Merkwürdig ist es schon, dass es noch immer kein Fahrradparkhaus in Berlin gibt. Bereits Mitte März führte fahrradjournal ein Gespräch mit Burkhard Horn von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz in Berlin. Darin ging es u. a. um das Fahrradparken. Hier ein Auszug aus dem Gespräch:</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><a href="http://fahrradjournal.de/interview/fahrradparkhaus-berlin/attachment/sony-dsc-47/" rel="attachment wp-att-4393"><img class="size-medium wp-image-4393 alignleft" title="Burkhard Horn / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Burkhard-Horn-2_web-300x199.jpg" alt="Burkhard Horn / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="300" height="199" /></a></em></p>
<p><em>Herr Horn, viele kleinere Städte haben ein Fahrradparkhaus, warum hat die Hauptstadt keines?</em></p>
<p>In den Kleinstädten gibt es einen Bahnhof und klare Pendlerströme. Städte wie Münster, Göttingen, die Städte in NRW haben meistens einen zentralen Bahnhof, sie haben klar gerichtete Pendlerbeziehungen. Das ist in Berlin schon schwieriger aufgrund der Polyzentralität der Stadt. Da kann man nicht einfach sagen, ich platziere ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof, am Ostbahnhof oder am Zoologischen Garten &#8230;</p>
<p><em>Oder an allen drei Standorten …</em></p>
<p>… dazu braucht man in der Regel die Deutsche Bahn als Partner, weil es meist deren Flächen sind, die für einen Standort attraktiv wären. Und das ist nicht einfach, weil die Deutsche Bahn das Fahrrad nach wie vor als Ergänzung oder als kooperierendes Verkehrsmittel nicht ausreichend ernst nimmt. Solange die Bahn der Auffassung ist, sie kann die Flächen für andere Nutzungen besser vermarkten, unter betriebswirtschaftlichen Aspekten, ist das für uns ausgesprochen schwer, vernünftige Standorte zu finden.</p>
<p><em>Wie könnte ein Fahrradparkhaus finanziert werden?</em></p>
<p>Wir brauchen natürlich auch ein finanzielles Engagement. Ich wüsste momentan kein Fahrradparkhaus, das nicht zumindest indirekt subventioniert wird, und sei es über Arbeitsmarktfördermittel. Wenn man ein kostenpflichtiges Fahrradparkhaus macht, muss das sehr hohen Komfort bieten und sehr nahe am Bahnsteig liegen, näher als die „normalen“ Abstellmöglichkeiten. Sonst wird die Akzeptanz nicht da sein. Oder man muss das „normale“ Radparken komplett unterbinden, um die Akzeptanz zu fördern. Das ist also komplexer als zu sagen, ich stelle da jetzt mal eine schöne Anlage hin mit 200 Ständern und dann funktioniert die schon.</p>
<p>Meine Vorstellung ist, dass man das auch tariflich in die ÖPNV-Nutzung integriert. Das heißt z. B., ich kann mein elektronisches Ticket, das es ja demnächst im öffentlichen Nahverkehr für den Abo-Kunden geben wird, einfach vor das Fahrradparkhaus halten, die Tür geht auf, ich kann das Fahrrad abstellen und bin raus – ohne weitere Zahlvorgänge. Auch das wäre eine Rahmenbedingung für ein Fahrradparkhaus in Berlin, das auch Akzeptanz findet.</p>
<p><em><a href="http://fahrradjournal.de/interview/fahrradparkhaus-berlin/attachment/sony-dsc-48/" rel="attachment wp-att-4394"><img class="alignleft size-medium wp-image-4394" title="Burkhard Horn / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Burkhard-Horn-1_web-300x199.jpg" alt="Burkhard Horn / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="300" height="199" /></a>Könnten nicht bestehende Autoparkhäuser gesonderte Bereiche für Fahrräder einräumen?</em></p>
<p>Wenn die Zugänglichkeit gut ist, kann man drüber nachdenken. Die müssten im Erdgeschoss liegen, nahe an der Zufahrt. Wir haben viele Parkhäuser und Tiefgaragen, die schlecht ausgelastet sind. Allerdings ist auch noch kein Betreiber an mich herangetreten, dass er gerne Fahrradplätze einrichten würde.</p>
<p><em>Warum treten Sie nicht umgekehrt an die Betreiber heran?</em></p>
<p>Darüber kann man mal im Rahmen des Masterplans Parken nachdenken. Erst mal muss man wohl eine Standortanalyse machen, welche Parkhäuser tatsächlich geeignet sein könnten.</p>
<p><em>Was halten Sie von der Idee bewachter Fahrradparkplätze im öffentlichen Raum, mit einem Parkwächter, der ein Auge aufs Rad wirft?</em></p>
<p>Da habe ich noch nicht drüber nachgedacht. Ist das Fahrradparken dann kostenpflichtig oder einfach nur ein Service? Es gab ja schon mobile Fahrradparkanlagen, zur Fahrradmesse und zur Fußballweltmeisterschaft, wenn man so will, ein gewisser Vorläufer in dem Bereich. Das dauerhaft in stationären Anlagen zu machen, wäre eine neue Idee, die aber ebenfalls sorgfältig zu prüfen wäre. Auch da stellt sich die Frage, welche Standorte infrage kämen.</p>
<p>Interview: Wolfgang Scherreiks / Fotos: wscher<br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/158b71c07c1049d18251e01e88a758fc" alt="" width="1" height="1" /><br />
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		<title>Fahrradkino</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 10:32:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer sich einmal auf die diversen Fahrradszenen eingelassen hat, der kann bald täglich eine mehr oder weniger fahrradaffine Veranstaltung besuchen oder über das Netz verfolgen. Wo bleibt da eigentlich das Fahrradfilmfestival? Das in zahlreichen Städten weltweit vertretene „Bicycle Film Festival“ verzeichnet außer München keine weitere deutsche Stadt. Bei uns wurde Anno 2006 das „International Cycling Film Festival“ zum ersten Mal ausgerichtet, das seit 2009 in Herne stattfindet. Im gleichen Jahr zeigte das Eiszeitkino in Berlin-Kreuzberg unter der Überschrift „Cycle Culture Film Fest“ ein paar Kurierfilme. Von einem ausgereiften Fahrrad-Filmfestival kann die Berlinale-Stadt mit den zwei Fahrradmessen allerdings nur träumen. Und so bliebe auch „Kurzfilm trifft Fahrrad“ eher die Domäne des Internets, als ein (manchmal auch einziger) Bestandteil zahlreicher Blogs und Social-Media-Postings. Wäre da nicht die soeben gestartete Frühlingsausgabe der „Bike-Shorts“, die u. a. Trost und kurzweiliges Frühlingserlebnis für den Fahrradkultur- und Kurzfilmfan verspricht. Das Programm wird bundesweit gezeigt. Hier ein kleiner Ausschnitt aus der etwa 90 Minuten langen Filmrolle: Als „Überlebensgroteske“ wird der Film von Guillaume Blanchet „The man who lives on his bike” (2012), angekündigt. Ob Morgentoilette, Zeitungslektüre oder Geschäftsabschluss, der Typ steigt nie vom Fahrrad. Außer vielleicht, na gut, außer für die eine Sache. Ebenfalls dabei ist der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/fahrradkino/attachment/attack_header_978_3002-2/" rel="attachment wp-att-4357"><img class="size-medium wp-image-4357 alignleft" title="Logo: shortsattack" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/attack_header_978_30021-300x92.jpg" alt="Logo: shortsattack" width="300" height="92" /></a>Wer sich einmal auf die diversen Fahrradszenen eingelassen hat, der kann bald täglich eine mehr oder weniger fahrradaffine Veranstaltung besuchen oder über das Netz verfolgen. Wo bleibt da eigentlich das Fahrradfilmfestival? Das in zahlreichen Städten weltweit vertretene „Bicycle Film Festival“ verzeichnet außer München keine weitere deutsche Stadt. Bei uns wurde Anno 2006 das „International Cycling Film Festival“ zum ersten Mal ausgerichtet, das seit 2009 in Herne stattfindet. Im gleichen Jahr zeigte das Eiszeitkino in Berlin-Kreuzberg unter der Überschrift „Cycle Culture Film Fest“ ein paar Kurierfilme. Von einem ausgereiften Fahrrad-Filmfestival kann die Berlinale-Stadt mit den zwei Fahrradmessen allerdings nur träumen. Und so bliebe auch „Kurzfilm trifft Fahrrad“ eher die Domäne des Internets, als ein (manchmal auch einziger) Bestandteil zahlreicher Blogs und Social-Media-Postings.</p>
<p>Wäre da nicht die soeben gestartete Frühlingsausgabe der „Bike-Shorts“, die u. a. Trost und kurzweiliges Frühlingserlebnis für den Fahrradkultur- und Kurzfilmfan verspricht. Das Programm wird bundesweit gezeigt. Hier ein kleiner Ausschnitt aus der etwa 90 Minuten langen Filmrolle:</p>
<p>Als „Überlebensgroteske“ wird der Film von Guillaume Blanchet „The man who lives on his bike” (2012), angekündigt. Ob Morgentoilette, Zeitungslektüre oder Geschäftsabschluss, der Typ steigt nie vom Fahrrad. Außer vielleicht, na gut, außer für die eine Sache. Ebenfalls dabei ist der englische Kurzfilm „A short history of a wheel“ (1992), der die „Evolution“ des Rades vom Hand- und Pferdekarren bis hin zum Fahrrad in einer Minute vollbringt. „Faster!“ heißt der Kurzspielfilm von Marie Ullrich aus dem Jahre 2009. Er zeigt (ein weiteres Mal) das Leben einer Fahrradkurierin in Chicago. Wenig Geld, nervige Kunden, aggressive Verkehrsteilnehmer. Der Trailer:</p>
<p><iframe src="http://player.vimeo.com/video/16416972" frameborder="0" width="400" height="300"></iframe></p>
<p>Bekanntlich sind australische Radfahrer besonders gefährlich für Autofahrer, denn viele von ihnen sind in Wahrheit Vampire! Und die werden immer mehr. „Once bitten – an unfortunate inscident“ von Alexander Watkins, dokumentiert das in seinem Kurzspielfilm aus dem Jahr 2010. Vorteil für den Radler: Vampire sind unsterblich!</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/fahrradkino/attachment/once_bitten1/" rel="attachment wp-att-4351"><img class="size-medium wp-image-4351 alignleft" title="once_bitten1 Foto: Bike Shorts" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/once_bitten1-300x168.jpg" alt="once_bitten1 Foto: Bike Shorts" width="300" height="168" /></a>Keine Angst zu haben braucht man vor „Bike kitchen – a filmic approach“. Der Film ist weniger akademisch, als der Titel aus irgendeinem Grund vorgibt. Das Porträt von David Paede und Barbara Sas zeigt in 14 Minuten Einblicke in die lebensbejahende Wiener Radlerszene.</p>
<p>Der Animationsfilm „The cyclotrope experience“ von Tim Wheatley betreibt ein wunderbares Spiel mit Rad und künstlerischen Traditionen. Was damit gemeint ist, kann auf <a href="http://thecyclotrope.blogspot.de/">dieser</a> Website eingesehen werden.</p>
<p>Nicht einmal Alex Comfort („The joy of sex“) hat die folgende Spielart in seinem Buch erklärt: „Sex mit dem Fahrrad“. Da ist es gut, dass „The right to privacy“ die wahren Erlebnisse in einem Hotel nebst gekonnt aufbereiteter Message bringt.</p>
<p>Und dann wären da zwei Kandidaten, bei denen gefragt werden darf, ob die jetzt unbedingt wieder erwähnt werden müssen. Ja, das müssen sie, weil sie so gut sind, behauptet fahrradjournal. Zum einen Danny MacAskill in „Way back home“. Der millionenfach im Netz abgenudelte waghalsig-romantische Trip über Dächer und Hügel sollte einmal im Leben auf der Leinwand angeschaut werden. Der zweite Kandidat ist MC Spandex mit einem Musikclip. Posing, Hipster, Road-Cyclist. „Performance“ &#8211; so heißt das Spiel. <strong></strong></p>
<p><strong></strong>Das Programm bietet ein Update des bereits beim interfilm-Festival im November 2011 gezeigten Programms BIKE SHORTS. Ein völlig neues Programm gibt es erst im November 2012 beim nächsten interfilm-Festival. Kenne ich schon aus dem Netz, wird der ein oder andere mit Blick auf die Filme anmerken. Nur wird ein Tablet nie ans Kinoformat heranreichen. Und dann gibt es da noch diese echt physische Zusammenkunft im Kinosaal, in dem du dein Erlebnis sofort teilen und dich noch viel besser mit deinen Freunden darüber austauschen kannst, zum Beispiel hier:</p>
<p>10. Mai 2012: Roxy Kino in Dortmund</p>
<p>12. Mai 2012: Werkstattkino in München</p>
<p>16. Mai 2012: Babylon in Berlin</p>
<p>18. Mai 2012: Kulturbunker in Bremen, Casablanca in Nürnberg</p>
<p>19. Mai 2012: Studiokino in Magdeburg</p>
<p>20. Mai 2012: Passage Kinos in Berlin</p>
<p>22. Mai 2012: Studiokino in Magdeburg</p>
<p>24. Mai 2012: Gängeviertel in Hamburg</p>
<p>26. Mai 2012: Werkstattkino in München</p>
<p>28. Mai 2012: Galeria Cinema in Essen</p>
<p>30. Mai 2012: Zoom Kino in Brühl, Programmkino Ost in Dresden</p>
<p>31. Mai 2012: Filmraum in Hamburg</p>
<p>Mehr: <a href="http://www.shortsattack.com/bike-shorts/">www.shortsattack.com</a></p>
<p>An dieser Stelle eine Belohnung für alle, die einen Text noch bis ans Ende scrollen oder sogar lesen: Die Info nämlich, dass demnächst Karten für die „Bike Shorts“ über die fahrradjournal <a href="http://www.facebook.com/fahrradjournal">Facebook-Seite</a> verlost werden.</p>
<p>Text: wscher / Logo + Foto: shortsattack / Trailer: Marie Ullrich<br />
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		<title>Aus Fahrradkultur mach Kaffeekultur</title>
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		<pubDate>Wed, 09 May 2012 13:03:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Café]]></category>
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		<category><![CDATA[Giro d´Espresso]]></category>
		<category><![CDATA[Kaffeekultur]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Raisner]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurz bevor die Knobelsdorffstraße in Berlin auf die Sophie-Charlotte-Straße trifft, befindet sich das Café „Giro d´Espresso“. Das Mobiliar aus Ledersesseln und Holztischen ist nobel, doch nicht so sehr, dass Türschwellenangst aufkommt. Auf dem Tresen liegen kleine Süßigkeiten bereit, im Wandregal stapeln sich etwa 40 Sorten Espresso, in einer Vitrine drehen sich italienische Torten. Den Inhaber Stefan Raisner kann man hinter der Bar oder im Gastraum antreffen. Immer in Bewegung, hellwach und mit den Händen redend, verkörpert er vielleicht den Typus des Espressotrinkers schlechthin. Doch wer nach dem Ursprung des Cafés fragt, erfährt von einer anderen Leidenschaft. Am Anfang war das Fahrrad Am Anfang stand nämlich das Fahrrad. Stefan zählte fünfzehn Jahre. Die Jedermannrennen waren noch nicht die von heute. Es gab Rennen ohne Lizenz, ohne Anmeldung. Und da ist er einfach mal ran an den Start, Startnummer und los. Bald fuhr er beim RC Charlottenburg, später bei den Zehlendorfer Eichhörnchen. Anfang der Achtziger reiste Stefan in die Emilia-Romagna nach Cesenatico, um mit Fahrern wie Rainer Podlesch und Olaf Paltian das Trainingslager zu bestreiten. Und dort begann auch die eigentliche Geschichte des Giro d´Espresso – als eine Art Urbild – als er in dem Café seines Hotels die Kaffeemaschine entdeckte. Eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h6 style="padding-left: 30px;">Kurz bevor die Knobelsdorffstraße in Berlin auf die Sophie-Charlotte-Straße trifft, befindet sich das Café „Giro d´Espresso“. Das Mobiliar aus Ledersesseln und Holztischen ist nobel, doch nicht so sehr, dass Türschwellenangst aufkommt. Auf dem Tresen liegen kleine Süßigkeiten bereit, im Wandregal stapeln sich etwa 40 Sorten Espresso, in einer Vitrine drehen sich italienische Torten. Den Inhaber Stefan Raisner kann man hinter der Bar oder im Gastraum antreffen. Immer in Bewegung, hellwach und mit den Händen redend, verkörpert er vielleicht den Typus des Espressotrinkers schlechthin. Doch wer nach dem Ursprung des Cafés fragt, erfährt von einer anderen Leidenschaft.</h6>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/aus-fahrradkultur-mach-kaffeekultur/attachment/sony-dsc-45/" rel="attachment wp-att-4290"><img class="alignright size-full wp-image-4290" title="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/An-der-Bar-2_web.jpg" alt="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="900" height="599" /></a></p>
<p><strong>Am Anfang war das Fahrrad</strong></p>
<p>Am Anfang stand nämlich das Fahrrad. Stefan zählte fünfzehn Jahre. Die Jedermannrennen waren noch nicht die von heute. Es gab Rennen ohne Lizenz, ohne Anmeldung. Und da ist er einfach mal ran an den Start, Startnummer und los. Bald fuhr er beim RC Charlottenburg, später bei den Zehlendorfer Eichhörnchen.</p>
<p>Anfang der Achtziger reiste Stefan in die Emilia-Romagna nach Cesenatico, um mit Fahrern wie Rainer Podlesch und Olaf Paltian das Trainingslager zu bestreiten. Und dort begann auch die eigentliche Geschichte des Giro d´Espresso – als eine Art Urbild – als er in dem Café seines Hotels die Kaffeemaschine entdeckte. Eine Faema E61. Deren Form faszinierte ihn zu einem Zeitpunkt, als er selbst noch keinen Espresso trank. Eines Morgens traf er auf den Wirt, der vor der Tür stand und immer wieder an der Luft schnüffelte. Auf Nachfrage erklärte der Wirt, dabei ginge es um den Mahlgrad der Kaffeemaschine. „Wenn es feuchter wird, musst du ein bisschen gröber mahlen. Wenn die Luftfeuchtigkeit in den Keller geht, malst du entsprechend feiner, damit der Kaffee eine gleichmäßig schöne Crema hat.“ Dass die Luftfeuchtigkeit den Mahlgrad beeinflusst, für so etwas hatte sich in Deutschland damals keiner interessiert. Aber diese Begegnung verführte Stefan zu seiner ersten Tasse Espresso. „Dieses Dicke, Sämige, nicht Bittere, das war schon ein Erlebnis.“ Von da an spukte das Bild der italienischen Bar und das der Faema E61 durch seinen Kopf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/aus-fahrradkultur-mach-kaffeekultur/attachment/klag2002_web/" rel="attachment wp-att-4291"><img class="alignleft size-medium wp-image-4291" title="Foto: Stefan Raisner" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Klag2002_web-300x192.jpg" alt="Foto: Stefan Raisner" width="300" height="192" /></a><strong>Gent-Wevelgem, Tirreno-Adriatico</strong></p>
<p>Anfang der Neunziger fuhr er Eintagesrennen wie Gent-Wevelgem und Köln-Schuld-Frechen oder die Mehretappenfahrt Tirreno-Adriatico. Dabei kam er gut die Berge hoch – runter war das schon etwas anders. „Auf der Abfahrt haben sie mich gekriegt, weil ich immer ein Feigling war“, sagt er. Seine Stärke war das Zeitfahren. Er war beim Vierer-Mannschaftszeitfahren dabei, das damals noch auf der Straße ausgetragen wurde. Eine taktische Disziplin. „Du musst aufpassen, dass du dich nicht überschätzt, aber auch nicht übermäßig ausruhst. Ich bin hier mit dem Team von RC Charlottenburg schon mal 100 Kilometer unter zwei Stunden gefahren. Das ist ein 50er-Schnitt. Ich bin auch die 50 Kilometer Straße Einzelzeitfahren unter einer Stunde gefahren. Aber davon wirst du nicht reich.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/aus-fahrradkultur-mach-kaffeekultur/attachment/kla20023_web/" rel="attachment wp-att-4296"><img class="alignright size-medium wp-image-4296" title="Foto: Stefan Raisner" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Kla20023_web-300x192.jpg" alt="Foto: Stefan Raisner" width="300" height="192" /></a><strong>Ironman &#8211; Das kann mir keiner nehmen</strong></p>
<p>Außerdem muss man irgendwann kürzertreten. Stefan, der auch Duathlon und Marathon lief, kam beim Berliner Halbmarathon immer schwerer unter die ersten Hundert ins Ziel. Da wurde es Zeit für seinen letzten großen Abschiedswettkampf: Einen Ironman – und zwar unter zehn Stunden. „Dabei wollte ich nicht zwingend nach Hawaii, ich wollte die Qualifikation haben, ohne vormals einen Triathlon gemacht zu haben. Einen einzigen und der muss sitzen.“ Die Hawaiiqualifikation schaffte er in neuneinhalb Stunden, er wurde Vierter in seiner Altersklasse. „Das Sportliche zusammengefasst, war das für mich schon das Größte. Das kann mir keiner nehmen.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Giro d´Espresso</strong></p>
<p>Ohne Werbung und Gastronomiekenntnisse eröffnete er 2007 das Giro d´Espresso – auf der Schattenseite einer kleinen Straße. Endlich stand er selbst hinter der Espressomaschine, natürlich einer Faema E 61. Aus Leidenschaft machte er das so gut, dass viele erste Gäste als Stammgäste blieben. Auch heute ist das Giro oft ausgebucht. Liegt das nun an der Ciabatta mit Fenchelsalami, an den Mailänder Torten oder an den ausgesuchten Schokoladen? Der Inhaber nennt solche Delikatessen nur „schmuckes Beiwerk“ und besteht darauf: „Nach wie vor dreht sich alles um die kleine Pfütze Espresso in der Tasse. Dieser kleine Schluck, der muss absolut perfekt sein.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/aus-fahrradkultur-mach-kaffeekultur/attachment/sony-dsc-46/" rel="attachment wp-att-4295"><img class="alignleft size-medium wp-image-4295" title="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Stefan-Raisner-2_web-300x199.jpg" alt="Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="300" height="199" /></a><strong>Rückkehr aufs Rad</strong></p>
<p>Fürs Fahrrad blieb da anfangs kaum Zeit. Seit einem Dreivierteljahr fährt er wieder zwei bis drei Mal die Woche. „Ich versuche immer noch schnell zu fahren. Aber ich muss keine Kilometer mehr sammeln wie früher.“ Früher fuhr er die legendären „KLEIN“-Räder aus den USA. „Oversized Aluminiumrohre, die so dünn waren, dass du sie mit dem Finger eindrücken konntest. Aber unübertroffen stabil.“ Das Rad, das er heute fährt, ließ er sich in einer Steglitzer Manufaktur bauen. Eine Bahnmaschine als Singlespeed, mit Bremsen und geradem Lenker, lackiert in den Farben seines Cafés: Braun als Hintergrund und rosa (wie das „maglia rosa“, das Trikots des Führenden bei der Giro d´Italia) für den Namen Giro d´Espresso. Damit kehrt das Café, zumindest als Schriftzug, aufs Rad zurück.</p>
<p>Gefragt nach seiner Zukunftsvision, sieht sich Stefan Raisner zwar ganz entspannt als den Alten, der zum Händeschütteln in seinem Café vorbeischaut. Das Urbild indes, die Faema E 61, musste bereits weiterziehen, in die gerade neu eröffnete Bar, unweit vom Stuttgarter Platz. Ihr Name: „Insonne“ – schlaflos.</p>
<p>Text: Wolfgang Scherreiks / Fotos: wscher / Stefan Raisner</p>
<p><em>Giro d´Espresso, Knobelsdorffstraße 47, 14059 Berlin-Charlottenburg, Öffnungszeiten: Mo &#8211; Fr 8.00 &#8211; 19.00 Uhr, Sa, So, Feiertags  10.00 &#8211; 18.00 Uhr, <a href="http://www.giro-despresso.de">www.giro-despresso.de</a><br />
</em></p>
<p>Der Artikel erschien erstmals in der radzeit 2/2012.<br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/d22d7ee8feae4142b337ca8728661ae7" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		</item>
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		<title>Wie man jetzt Radfahren soll</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 11:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Fahrpraxis]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradfeuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Radfahren]]></category>
		<category><![CDATA[sinnliches Radfahren]]></category>
		<category><![CDATA[Unfallprävention]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer in der großen Stadt Fahrrad fährt, lebt nicht ungefährlich. Da schadet es nie, neue Ideen zur Unfallprävention auszuprobieren. Das hier vorgestellte Prinzip „Sinnliches Radfahren“ bedeutet, die sinnlichen Mängel der anderen Verkehrsteilnehmer durch Schärfung der eigenen Sensibilität auszugleichen und auch mental für die anderen mitzufahren. Es gibt Menschen, die behaupten, dieses Prinzip gehöre zum Alltag. &#160; &#160; Sinnliches Radfahren Durch sinnliches Fahren siehst, hörst, riechst, schmeckst und tastest Du für andere Verkehrsteilnehmer mit. Der sechste Sinn ist mehr unter den Unfallverursachern beliebt. („Kann ich etwa Hellsehen?“, sprach der Rechtsabbieger zum toten Radler.) Dafür zählt bei den Buddhisten das Denken durchaus zu den Sinnen. Physiologen nennen zusätzlich einen Temperatursinn(?), den unverzichtbaren Gleichgewichtssinn (!), eine Tiefensensibilität sowie das Schmerzempfinden, vor dessen Anwendung im Straßenverkehr dringend gewarnt wird. Hier einige Verkehrsteilnehmer und Situationen, denen Du möglicherweise begegnen wirst und an denen Du eine sensible Fahrpraxis schulen kannst: &#160; Siebenschläfer &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; &#160; Gib acht auf Winterschläfer, die nach den ersten Sonnenstrahlen wie Siebenschläfer aus ihrem Bau herauskriechen. Ihre Schlafphase dauert von September bis Anfang Mai. Dann steigen sie wieder auf ihre verrosteten Räder mit den eingeklemmten Gangschaltungen, ohne das Teil auch nur einmal anzusehen. Fragst Du sie: „Was fährst du [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/velozentrik/wie-man-jetzt-radfahren-soll/attachment/fahrradpraxis1/" rel="attachment wp-att-4435"><img class="alignleft size-full wp-image-4435" title="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Fahrradpraxis1.jpg" alt="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" width="138" height="138" /></a><strong>Wer in der großen Stadt Fahrrad fährt, lebt nicht ungefährlich. Da schadet es nie, neue Ideen zur Unfallprävention auszuprobieren. Das hier vorgestellte Prinzip „Sinnliches Radfahren“ bedeutet, die sinnlichen Mängel der anderen Verkehrsteilnehmer durch Schärfung der eigenen Sensibilität auszugleichen und auch mental für die anderen mitzufahren. Es gibt Menschen, die behaupten, dieses Prinzip gehöre zum Alltag.</strong></p>
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<p><strong>Sinnliches Radfahren</strong></p>
<p>Durch sinnliches Fahren siehst, hörst, riechst, schmeckst und tastest Du für andere Verkehrsteilnehmer mit. Der sechste Sinn ist mehr unter den Unfallverursachern beliebt. („Kann ich etwa Hellsehen?“, sprach der Rechtsabbieger zum toten Radler.) Dafür zählt bei den Buddhisten das Denken durchaus zu den Sinnen. Physiologen nennen zusätzlich einen Temperatursinn(?), den unverzichtbaren Gleichgewichtssinn (!), eine Tiefensensibilität sowie das Schmerzempfinden, vor dessen Anwendung im Straßenverkehr dringend gewarnt wird. Hier einige Verkehrsteilnehmer und Situationen, denen Du möglicherweise begegnen wirst und an denen Du eine sensible Fahrpraxis schulen kannst:</p>
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<p><strong>Siebenschläfer</strong></p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/velozentrik/wie-man-jetzt-radfahren-soll/attachment/wie-man-jetzt-radfahren-soll/" rel="attachment wp-att-4240"><img class="alignleft size-medium wp-image-4240" title="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/wie-man-jetzt-radfahren-soll-300x135.jpg" alt="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" width="300" height="135" /></a></p>
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<p>Gib acht auf Winterschläfer, die nach den ersten Sonnenstrahlen wie Siebenschläfer aus ihrem Bau herauskriechen. Ihre Schlafphase dauert von September bis Anfang Mai. Dann steigen sie wieder auf ihre verrosteten Räder mit den eingeklemmten Gangschaltungen, ohne das Teil auch nur einmal anzusehen.</p>
<p>Fragst Du sie: „Was fährst du für ein Fahrrad?“ &#8211; Antworten sie: „Hä?“</p>
<p>Und warten eine quälende Minute, in der sie lieber die Stirn darüber runzeln, was es wohl heute wieder zum Mittagessen gibt.</p>
<p>Endlich sagen sie: „Ach so, nee, keine Ahnung.“</p>
<p>Und damit könnten sie natürlich auch das Mittagessen meinen.</p>
<p>Das Einzige, was Siebenschläfer mitgekriegt haben, ist, wie nonchalant jetzt in den Studentenvierteln mit den Verkehrsregeln umgangen wird. Na dann! Schon radeln sie einfach mal drauflos und rufen ständig <em>»ey!« </em>und auch mal empört <em>»hee!«, </em>wenn es zu den gefährlichen Beinahezusammenstößen kommt, die sie selbst initiiert haben. Ein Siebenschläfer knallt dir schon mal vor einer roten Ampel ins Hinterrad, und noch während er ins Gebüsch saust, ruft er: „Ey, du Arsch, du kannst doch nicht einfach bremsen!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hochrotkopfradler</strong></p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/velozentrik/wie-man-jetzt-radfahren-soll/attachment/fahrradpraxis2/" rel="attachment wp-att-4434"><img class="alignleft size-medium wp-image-4434" title="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Fahrradpraxis2-300x163.jpg" alt="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" width="300" height="163" /></a>Eine blitzschnelle Reaktion ist angesagt bei kriegerischen Hochrotkopfradlern, denen der Schlüssel noch im Rücken steckt, mit dem man sie aufgezogen hat. Einem mythischen Urteil gleich, müssen sie immer weiter und schneller fahren, ohne dass sie je an ein Ziel gelangen können.</p>
<p>Messenger gehören nicht dazu. Sie bewegen sich in einer für Dich unerreichbaren Parallelwelt und können so verblüffend gut Radfahren, wie sonst nur Leute vom Zirkus. Daher lässt Du sie am besten ziehen, lass sie los und überlass es einfach den Spießern, sich darüber aufzuregen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Chauffeure</strong></p>
<p>Achte besser auf unwissende Kraftfahrzeugführer, die noch nie von Fahrrädern gehört, geschweige denn eines gesehen haben und munter ihre Wagentüren aufreißen. („Radfahrer gibt´s hier auch?“) Entwickle ein Mitgefühl für Chauffeure, die so oft von unwissenden Fixiefahrern gekreuzt wurden, bis sich <em>Mensch auf Rad</em> in ein fixes Bild verwandelte, welches sie auf Knopfdruck von Chauffeuren in Echauffierte verwandelt.</p>
<p>(Dieses Bild lässt sich übrigens auch per Audio abrufen. Sag einfach mal „Radfahrer“, schon verursachen sie einen überflüssigen Auffahrunfall. Bei Radfahrern gibt´s das auch: Sag´ zum Test „Auto“ oder „Autofahrer“. Schon verlieren sie an menschlicher Empathie.)</p>
<p>Achte auf traurige Autobesitzer, die im Unterbewusstsein selbst gern ein Fahrrad besäßen, aber aus irgendeinem gemeinen Hemmnis in einem geborgten Leben feststecken. Nun gut, soweit brauchst Du Dich jetzt nicht wirklich hineinzuhängen …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Prinzipienreiter</strong></p>
<p>Natürlich gibt es Spaziergänger, die wie eine Frohnatur aus dem Struwwelpeter mit einer Tasche unter dem Arm und in den Nacken gestütztem Kopf querfeldein marschieren, nicht von ungefähr himmelwärts denkend, ohne sich um so etwas Bescheuertes wie Radwege zu scheren. Und es gibt spitzfindige Depressive oder eiskalte Psychopathen, die schon aus Prinzip den Radweg benutzen, weil sie es jetzt auch mal ganz persönlich blöd finden, etwas zu benutzen (oder nicht benutzen), was zu einem bestimmten Zwecke für benutzbar (oder unbenutzbar) erklärt worden ist, wobei sie es aber bestimmt nicht nötig haben, ausgerechnet mit Dir jetzt darüber zu diskutieren. Und überhaupt: Hast Du keine Klingel?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Neurotiker</strong></p>
<p>Die Klingel wird Dir aber nichts nutzen. Du fährst auf der Radspur und auf der richtigen Seite. Da kommt Dir ein Jogger entgegen. Er benutzt die Radspur als private Trainingsbahn, selbst wenn der Bürgersteig mehr Raum hergibt, es sich selbst und der Welt so richtig zu zeigen. Nur einmal im Leben willst Du konsequent sein, läutest ein paar Mal höflich Deine hell tönende Glocke und bleibst gleichmütig auf dem Radweg. Der Adrenalinsüchtige hat eine andere Musik im Kopf, weicht seinerseits nicht von der Bahn und stampft weiter den Takt. Bevor Du in seine Schweißwand tauchst, gibst Du´s lieber auf und weichst auf den Bürgersteig aus. Zum sportlichen Gruß schnauft er Dir etwas aus dem großen Repertoire seines Vulgarismus hinterher, spukt ein paar Mal aus, das war´s, hast Du gedacht, da erwischt Dich der Regenschirm einer Fußgängerin …</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Teddys </strong></p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/velozentrik/wie-man-jetzt-radfahren-soll/attachment/teddy_web/" rel="attachment wp-att-4237"><img class="alignleft size-medium wp-image-4237" title="Teddy_web / Zeichnung: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Teddy_web-300x300.jpg" alt="Teddy_web / Zeichnung: wscher / www.fahrradjournal.de" width="240" height="240" /></a>Es müssen nicht immer Neurotiker oder hübsche Metallkarossen sein, die Deinen Weg behindern. Es gibt auch eine versprengte Armee der Gegenstände, für die Du Slalom fährst und zum beliebten Gehwegradler wirst. Mitten auf dem Radweg stehen herrenlose Kühlschränke, deren Inhalt Du nicht erkunden möchtest. Oder geschundene Sofas mit lustig herausspringenden Metallfedern, aus der Mode gefallene Komoden, halb tote Palmen in Plastikkübeln aus den siebziger Jahren, lieblos ausgesetzte Teddybären, an denen schon Mops und Dackel das Bein gehoben haben. (Wer tut so etwas? Warum gibt es noch keinen Verein, der sich um ausgesetzte Teddybären kümmert? Ein Verbrechen!)</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Der schlimmste aller Verkehrsteilnehmer!</strong></p>
<p>Immer etwas heikel und darum nur kurz gestreift sei schließlich der schlimmste Verkehrsteilnehmer überhaupt. Im Augenblick der größten Gewissheit, möglicherweise im Zuge der sensiblen Beobachtung aller anderen Verkehrsteilnehmer nach dem vorgenannten Prinzip, probiert er aus unerfindlichen Gründen einen lebensgefährlichen Schlenker &#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Text: wscher / Zeichnungen: wscher / Joel Cairo<br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/bf71682afd86407bb03753aa61018a9f" alt="" width="1" height="1" /><br />
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		<title>Mission Rücksicht</title>
		<link>http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/mission-rucksicht/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=mission-rucksicht</link>
		<comments>http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/mission-rucksicht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 07 May 2012 18:14:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
				<category><![CDATA[fahrradwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin nimmt Rücksicht]]></category>
		<category><![CDATA[Mehr Rücksicht auf der Straße]]></category>
		<category><![CDATA[Rücksicht im Straßenverkehr]]></category>
		<category><![CDATA[Rücksicht-Kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[Verkehrskampagne]]></category>

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		<description><![CDATA[Darauf haben wir lange gewartet. Heute wurde in Berlin endlich eine neue Kommunikationskampagne vorgestellt, die sich an alle Verkehrsteilnehmer richtet, mit einem besonderen Fokus auf den Radverkehr. Stadtentwicklungssenator Müller sagte dazu auf einer Pressekonferenz am Vormittag: „Das Miteinander im Straßenverkehr muss sich verändern, wenn wir gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer haben wollen, wenn wir wegkommen wollen vom motorisierten Individualverkehr, wenn wir insgesamt die Attraktivität der Stadt steigern wollen. […] Aber die Leute müssen sich im Straßenverkehr, egal ob als Fußgänger, als Radfahrer und natürlich auch als Autofahrer wohlfühlen. Sie müssen das Gefühl haben, sie sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer und können sich sicher in der Stadt bewegen. Es geht einfach darum, Aufregersituationen, ein Bedrängen der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer zu vermeiden. Ich will das deutlich betonen: Diese Kampagne hat nicht Strafen und den erhobenen Zeigefinger im Vordergrund.“ Das Bundesverkehrsministerium, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Unfallforschung der Versicherer (UDV) unterstützen die Kampagne. Mit dabei sind u. a. auch der ADFC, der ADAC, die BSR, die BVG und die S-Bahn Berlin. Mit einer neuen Marke „Rücksicht“ wird die Stadt ab sofort plakatiert. Die Kampagne wird auf Bussen, Straßenbahnen oder auf Infoscreens zu sehen sein. Die Botschaften lauten u. a.: „Kostet nichts“, „wirkt sofort“ oder „stiftet Frieden“. „Rücksicht” wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/mission-rucksicht/attachment/kampagnenreiter/" rel="attachment wp-att-4180"><img class="alignleft size-full wp-image-4180" title="Kampagnenreiter / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Kampagnenreiter.jpg" alt="Kampagnenreiter / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="576" height="261" /></a>Darauf haben wir lange gewartet. Heute wurde in Berlin endlich eine neue Kommunikationskampagne vorgestellt, die sich an alle Verkehrsteilnehmer richtet, mit einem besonderen Fokus auf den Radverkehr. Stadtentwicklungssenator Müller sagte dazu auf einer Pressekonferenz am Vormittag: „Das Miteinander im Straßenverkehr muss sich verändern, wenn wir gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer haben wollen, wenn wir wegkommen wollen vom motorisierten Individualverkehr, wenn wir insgesamt die Attraktivität der Stadt steigern wollen. […] Aber die Leute müssen sich im Straßenverkehr, egal ob als Fußgänger, als Radfahrer und natürlich auch als Autofahrer wohlfühlen. Sie müssen das Gefühl haben, sie sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer und können sich sicher in der Stadt bewegen. Es geht einfach darum, Aufregersituationen, ein Bedrängen der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer zu vermeiden. Ich will das deutlich betonen: Diese Kampagne hat nicht Strafen und den erhobenen Zeigefinger im Vordergrund.“</p>
<p>Das Bundesverkehrsministerium, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und die Unfallforschung der Versicherer (UDV) unterstützen die Kampagne. Mit dabei sind u. a. auch der ADFC, der ADAC, die BSR, die BVG und die S-Bahn Berlin.</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/mission-rucksicht/attachment/plakat_hoch_kurierfahrer_web/" rel="attachment wp-att-4159"><img class="alignleft size-medium wp-image-4159" title="Plakat_hoch_Kurierfahrer_web" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Plakat_hoch_Kurierfahrer_web-212x300.jpg" alt="Plakat_hoch_Kurierfahrer_web" width="212" height="300" /></a>Mit einer neuen Marke „Rücksicht“ wird die Stadt ab sofort plakatiert. Die Kampagne wird auf Bussen, Straßenbahnen oder auf Infoscreens zu sehen sein. Die Botschaften lauten u. a.: „Kostet nichts“, „wirkt sofort“ oder „stiftet Frieden“. „Rücksicht” wird u. a. auf Plakaten und Postkarten von bestimmten Typen in Form einer Dose überreicht. Nach Angaben von Burkhard Horn von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gehe es beim eingesetzten Werbematerial darum, Personen zu zeigen, die Konfliktsituationen widerspiegeln, die man so im Kopf habe: Den Paketdienstfahrer, der auf dem Radfahrstreifen parke oder der Fahrradkurier, der sich nicht an die Regeln halte.</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/mission-rucksicht/attachment/ruecksicht_christophorus_dose_presse_p7z2606_web/" rel="attachment wp-att-4156"><img class="size-medium wp-image-4156 alignright" title="RUECKSICHT_CHRISTOPHORUS_DOSE_Presse_P7Z2606_web" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/RUECKSICHT_CHRISTOPHORUS_DOSE_Presse_P7Z2606_web-155x300.jpg" alt="RUECKSICHT_CHRISTOPHORUS_DOSE_Presse_P7Z2606_web" width="155" height="300" /></a>Bei der Gestaltung der Kampagne hat man sich offenbar bei Missionaren bedient. Das Video-Intro zur Kampagne erzählt, wie der Heilige Christophorus (!), „Schutzpatron der Reisenden“, über eine Marketingagentur zum hippen Verkäufer wird, der das Produkt „Rücksicht“ in Dosen (!) verkauft. Das Filmchen dürfte schon aufgrund seiner Langatmigkeit Schwierigkeiten haben, über die anvisierten Social Media geduldige Aufmerksamkeit zu erzielen. Dummerweise konterkariert er damit die Äußerung der Marketingbeauftragten im Film, die Kampagne müsse sexy sein. Der Spot ist alles andere.</p>
<p>Man wolle nicht zwischen guten und bösen Verkehrsteilnehmern trennen, wurde bei der Vorstellung der Kampagne mehrfach betont. Der erste Spot nach dem Intro zeigt, dass man zumindest auf das Belehren von Verkehrsteilnehmern nicht verzichten konnte. „Gehwegradler”:</p>
<p><object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/lUogcscbcC4?version=3&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/lUogcscbcC4?version=3&amp;hl=de_DE" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Dass sich der protestantische Berliner ausgerechnet vom Heiligen Christophorus belehren lässt, der auch noch wie Boris Becker frisiert und in hellblauer Abendgarderobe aufkreuzt, ist eine optimistische Idee. Dieses Konzept muss sich daher die Frage gefallen lassen, wer ernsthaft von der Kampagne berührt werden soll. Die Ausgestaltung bildet genau jene altbackene Witz- und Fantasielosigkeit ab, wie sie von behördlich initiierten Kampagnen zu befürchten war:</p>
<p>Da gibt es diese Postkarten und Plakate mit den fünf Kernmotiven oder Models, die für die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer stehen sollen. Solche per Photoshopnachbearbeitung entmenschlichten Gesichter kennen wir aus Traktaten christlicher Missionare, die gebleckten weißen Zahnreihen von billiger Zahnpastawerbung. Und da ist dieser „vertiefende“ Flyer, der beispielhaft zehn verschiedene Konfliktsituationen darstellen soll. Die zugehörigen Flüche, die sich die Verkehrsteilnehmer zurufen, sind so lebensecht, wie sie nur um Generationen von ihren Schülern entfremdete Pädagogen am Schreibtisch aushecken können:</p>
<p>„Mach mich nicht an, Opa.“ – „Licht an, Irrer!“, „Doofmann!“, „Hoppla!“ Oder benutzt irgendjemand den Ausdruck: „Park-Trottel?“</p>
<p>Möglicherweise wären echte menschliche Identifikationsfiguren, unheilige Persönlichkeiten, die eine Geschichte erzählen, die glaubwürdigere Variante gewesen. Oder einfach etwas Mut zur Ironie, wie hier im Video aus Dänemark zu sehen ist:</p>
<p><object width="420" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/IljyecBwK_E?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="420" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/IljyecBwK_E?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Doch rudern wir zurück: Vielleicht fällt unsere Wahrnehmung des Kampagnenmaterials nur so aus, weil wir irgendwie durch den Rost einer Zielgruppendefinition gefallen sind. (Wie konnte das nur passieren?) Oder vielleicht ist an dieser Stelle das beliebte Argument angebracht, gerade das Ungelenke präge sich ein und sorge für die nötige Aufmerksamkeit und damit die gewünschte Diskussion. Mehr wissen wir in zwei Jahren, wenn die Evaluation der Kampagne abgeschlossen ist. Ein erstes Bild von der Kampagne kann sich jede/r selbst auf folgenden Internetseiten machen. Dort ist auch der angesprochene Intro-Film zu sehen.</p>
<p><a href="http://www.rücksicht-im-strassenverkehr.de">www.rücksicht-im-strassenverkehr.de</a></p>
<p><a href="http://www.berlin-nimmt-rücksicht.de">www.berlin-nimmt-rücksicht.de</a></p>
<p><a href="http://www.freiburg-nimmt-rücksicht.de">www.freiburg-nimmt-rücksicht.de</a></p>
<p>Text: wscher / Fotos: wscher / berlin-nimmt-rücksicht.de / Video: The Danish Road Safety Council<br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/66fbc03be88b463e930e5deabf08e0f3" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Der Fahrradcop</title>
		<link>http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/der-fahrradcop/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=der-fahrradcop</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:01:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
				<category><![CDATA[fahrradwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Bike Cop]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradcop]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradstreifen]]></category>
		<category><![CDATA[Polizisten auf Fahrrädern]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://fahrradjournal.de/?p=4088</guid>
		<description><![CDATA[Mit ein paar Brötchen unter dem Arm schlenderte ich heute Morgen über die Charlottenburger Schlossstraße und fragte mich: Was wirst du heute im fahrradjournal schreiben, nachdem diese armseligen Brötchen verzehrt sind? Dabei hätte ich fast Polizeikommissar André Seelmeyer umgerannt, der auf dem Mittelstreifen in aller Seelenruhe den Zebrastreifen überwachte. Seelmeyer hatte sein Dienstfahrrad dabei. Besser hätte es nicht kommen können, denn Polizisten auf Fahrrädern werden auf diesen Seiten ausdrücklich begrüßt. Der Fußgängerüberweg führt direkt zur Eosander-Schinkel-Grundschule in der Nithackstraße. Seit dreieinhalb Jahren sorgt der Kontaktbereichsbeamte vom Abschnitt 24 hier für die Schulwegsicherung. Also dafür, dass sich Autofahrer auf der Schlossstraße korrekt verhalten und die Fahrräder der Kinder verkehrssicher sind. So hat er es durchaus erlebt, dass Fahrräder keine Bremsen hatten, stattdessen die Fußsohlen zum Bremsen benutzt wurden. Dagegen geht er aber nicht mit Anzeigen, sondern pädagogisch vor, notiert sich einen Namen und lässt sich das Rad bei der nächsten Begegnung im Kiez wieder vorzeigen. Manchmal gehen Kinder auch mit hängendem Kopf über die Straße, was ebenso gefährlich sein muss wie gedankenverlorene Journalisten. Das Problem ist die Zeit, sagt der Polizist. Wer sich ausschließlich mit Blick auf die Uhr durch den Straßenverkehr bewege, könne schlimme lebenslange Folgen für sich und andere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/der-fahrradcop/attachment/sony-dsc-43/" rel="attachment wp-att-4091"><img class="alignleft size-medium wp-image-4091" title="André Seelmeyer / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Andr%C3%A9-Seelmeyer-1_web-199x300.jpg" alt="André Seelmeyer / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="199" height="300" /></a>Mit ein paar Brötchen unter dem Arm schlenderte ich heute Morgen über die Charlottenburger Schlossstraße und fragte mich: Was wirst du heute im fahrradjournal schreiben, nachdem diese armseligen Brötchen verzehrt sind? Dabei hätte ich fast Polizeikommissar André Seelmeyer umgerannt, der auf dem Mittelstreifen in aller Seelenruhe den Zebrastreifen überwachte. Seelmeyer hatte sein Dienstfahrrad dabei. Besser hätte es nicht kommen können, denn Polizisten auf Fahrrädern werden auf diesen Seiten ausdrücklich begrüßt.</p>
<p>Der Fußgängerüberweg führt direkt zur Eosander-Schinkel-Grundschule in der Nithackstraße. Seit dreieinhalb Jahren sorgt der Kontaktbereichsbeamte vom Abschnitt 24 hier für die Schulwegsicherung. Also dafür, dass sich Autofahrer auf der Schlossstraße korrekt verhalten und die Fahrräder der Kinder verkehrssicher sind. So hat er es durchaus erlebt, dass Fahrräder keine Bremsen hatten, stattdessen die Fußsohlen zum Bremsen benutzt wurden. Dagegen geht er aber nicht mit Anzeigen, sondern pädagogisch vor, notiert sich einen Namen und lässt sich das Rad bei der nächsten Begegnung im Kiez wieder vorzeigen. Manchmal gehen Kinder auch mit hängendem Kopf über die Straße, was ebenso gefährlich sein muss wie gedankenverlorene Journalisten.</p>
<p>Das Problem ist die Zeit, sagt der Polizist. Wer sich ausschließlich mit Blick auf die Uhr durch den Straßenverkehr bewege, könne schlimme lebenslange Folgen für sich und andere verursachen. Das erkläre er zum Beispiel Autofahrern, die den Zebrasteifen nicht ausreichend respektieren. Zeit brauche jeder Verkehrsteilnehmer ebenso, wie er sich selbst trotz Büroarbeit und der notwendigen Streifendienste die Zeit nehme, hier zu stehen, um ein Bewusstsein zu schaffen. Die Anwesenheit eines Polizisten hätte die Achtsamkeit für den Fußgängerüberweg auch schon verbessert, zumindest solange er hier stehe.</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/der-fahrradcop/attachment/sony-dsc-44/" rel="attachment wp-att-4136"><img class="alignleft size-medium wp-image-4136" title="André Seelmeyer / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Andr%C3%A9-Seelmeyer-2_web-300x199.jpg" alt="André Seelmeyer / Foto: wscher / www.fahrradjournal.de" width="300" height="199" /></a>Dabei sei ein Maß für den Einzelfall viel erfolgreicher, als gleich mit der Ordnungswidrigkeit zu kommen. Eine Mutter mit Kindern, die halbwegs „vernünftig“ über den Fußweg fahre – dagegen würde er vielleicht nicht wirklich etwas unternehmen. Für das Überfahren einer roten Ampel sind aber durchaus 45 Euro fällig. Besonders wenn mehrere Verstöße zusammenkommen, ist es nicht mehr mit einem Gespräch getan. Das betrifft übrigens ebenso rücksichtslos rechtsabbiegende Autofahrer oder zugeparkte Radstreifen. Dabei attestiert er den Charlottenburgern einen eher respektvollen Umgang untereinander. Bis auf Ausnahmen natürlich, aber die werde er auch als Polizist nicht bekehren können.</p>
<p>Das Fahrrad benutzt Seelmeyer, um effektiv und schnell am Einsatzort zu sein. Durch das Instrument Fahrrad schaffe er sich die zeitlichen Freiräume, die sonst nicht möglich wären. Darüber hinaus möchte er damit leichter ansprechbar sein für die Belange der Kiezbewohner sowie Vertrauen schaffen. Im Prinzip könne jeder Polizist, der im Einzeldienst unterwegs ist, ein Fahrrad benutzen, sagt er. Immerhin zehn Dienstfahrräder stehen in seinem Abschnitt herum. Trotzdem ist er am Kaiserdamm 1 der Einzige, der ein Rad benutzt und damit so etwas wie ein Exot. Dass ein paar Kollegen das noch argwöhnisch betrachten, interessiere ihn weniger, als die positiven Rückmeldungen aus seinem Kiez. Auch privat fährt Seelmeyer Rad, und zwar ein Alltagsrad ohne viel Schnickschnack, wann immer es ihm sinnvoll erscheint. Jeden Weg mit dem Auto zu erledigen, hält er für ökonomisch und ökologisch verrückt.</p>
<p>++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++</p>
<p><strong>Fahrradcops II</strong></p>
<p>Achtung: Hier ist ein Break! Wenig zu tun mit dem Engagement des Fahrradcops oben haben die amerikanischen Polizisten auf Fahrrädern, besser Schauspieler und Schauspielerinnen, die Polizisten und Polizistinnen auf Fahrrädern mimen. Damit soll endgültig das Wochende eingeleitet werden. In der amerikanischen TV-Serie „Pacific Blue” agieren ein gewisser Lieutenant Anthony Palermo und sein Team als Fahrradpolizisten am Strand von Venice Beach in Kalifornien. Tag und Nacht sind sie mit ihren Fahrrädern unterwegs, um Recht und Ordnung durchzusetzen. Dabei sind Treppen und Autos natürlich kein Hindernis. Da springt man gerne mal drüber. Der Opener macht Sehnsucht nach Kalifornien. Aber mal im Ernst: Schaut eigentlich jemand dieses Baywatch für Radler oder sind alle längst raus aus dem Alter?</p>
<p><object width="420" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/h2brDsO-PBU?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="420" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/h2brDsO-PBU?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Text und Fotos: wscher</p>
<pre>Das Opener-Video wurde am 21.04.2006 von Soniko22 auf die folgende
YouTube-Adresse hochgeladen: http://www.youtube.com/watch?v=h2brDsO-PBU</pre>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/bda49e21676a4cfaa7ff2f2c89fc4e27" alt="" width="1" height="1" /><br />
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		<title>Cycle Style</title>
		<link>http://fahrradjournal.de/rezension/cycle-style/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=cycle-style</link>
		<comments>http://fahrradjournal.de/rezension/cycle-style/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 May 2012 13:33:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fahrradmode]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Cycle Style]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradbücher]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Horst A. Friedrichs]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe mich gefreut, als ich den Fotoband „Cycle Style“ von Horst Friedrichs endlich in den Händen hielt. Nach „I love my bike“ von Brittain Sullivan and Matt Finkle, und noch vor „Cycle Chic“ von Mikael Colville-Andersen, hier also das Buch, das sich vornehmlich einer „Fahrradkultur“ in London widmet. Da wird eine illustre Gesellschaft porträtiert: Tätowierte Bike-Polo-Spieler, Fixiefahrer/innen, Rahmenbauer in ihrer Werkstatt, stolze Tweed-Rider in Knickerbockern und Kniestrümpfen, die Rad fahrende Lady im Kostüm, diverse Dandy-Paare, Savile-Rowe-Gänger vor der Maßschneiderei, Alltagsfahrerinnen mit Citybike, aber auch mal ein Lycra-Träger nebst Rennrad, bis hin zum klassischen Designertypen. Das alles oft sehr britisch gestylt. Wobei sich wieder einmal bestätigt, dass es sich hierbei mehr um Stilbewusstsein, als um irgendein ein No-Go bei der Wahl der Garderobe handelt. Im Buch gibt es aber auch Detailaufnahmen von schönen Fahrrädern zu sehen. Etwa ein Singlespeed der englischen Traditionsmanufaktur Hetchins, ornamentierte Kettenblätter, einige Hochräder („Penny-farthings“), natürlich einen betagten Brooks-Sattel oder ein Pin-up-Girl, das sich beinahe wie eine Galionsfigur auf einem Steuerrohr rekelt. Ich habe das Buch bei Gelegenheiten schon mündlich empfohlen. Dabei widersprach mir kürzlich ein Fotograf. „Cycle Style“, das sei ihm viel zu kalt editiert. Wenigstens bräuchte es doch eine Geschichte zum Bild. Tatsächlich gibt es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/rezension/cycle-style/attachment/cycle-style-von-horst-a-friedrichs/" rel="attachment wp-att-3998"><img class="alignleft size-medium wp-image-3998" title="Cycle Style von Horst A Friedrichs Cover: Prestel Verlag" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/Cover-Prestel-Verlag-Cycle_Style_121788-214x300.jpg" alt="Cycle Style von Horst A Friedrichs Cover: Prestel Verlag" width="214" height="300" /></a>Ich habe mich gefreut, als ich den Fotoband „Cycle Style“ von Horst Friedrichs endlich in den Händen hielt. Nach „I love my bike“ von Brittain Sullivan and Matt Finkle, und noch vor „Cycle Chic“ von Mikael Colville-Andersen, hier also das Buch, das sich vornehmlich einer „Fahrradkultur“ in London widmet.</p>
<p>Da wird eine illustre Gesellschaft porträtiert: Tätowierte Bike-Polo-Spieler, Fixiefahrer/innen, Rahmenbauer in ihrer Werkstatt, stolze Tweed-Rider in Knickerbockern und Kniestrümpfen, die Rad fahrende Lady im Kostüm, diverse Dandy-Paare, Savile-Rowe-Gänger vor der Maßschneiderei, Alltagsfahrerinnen mit Citybike, aber auch mal ein Lycra-Träger nebst Rennrad, bis hin zum klassischen Designertypen. Das alles oft sehr britisch gestylt. Wobei sich wieder einmal bestätigt, dass es sich hierbei mehr um Stilbewusstsein, als um irgendein ein No-Go bei der Wahl der Garderobe handelt.</p>
<p>Im Buch gibt es aber auch Detailaufnahmen von schönen Fahrrädern zu sehen. Etwa ein Singlespeed der englischen Traditionsmanufaktur Hetchins, ornamentierte Kettenblätter, einige Hochräder („Penny-farthings“), natürlich einen betagten Brooks-Sattel oder ein Pin-up-Girl, das sich beinahe wie eine Galionsfigur auf einem Steuerrohr rekelt.</p>
<p>Ich habe das Buch bei Gelegenheiten schon mündlich empfohlen. Dabei widersprach mir kürzlich ein Fotograf. „Cycle Style“, das sei ihm viel zu kalt editiert. Wenigstens bräuchte es doch eine Geschichte zum Bild. Tatsächlich gibt es bis auf das Vorwort und ein paar Zeilen auf den letzten Seiten keinen erläuternden Text zu den jeweiligen Fotos. Dafür gibt es meiner Ansicht nach fantasievollere Möglichkeiten für den Betrachter eines Fotobandes. Warum sollte sich der Rezipient nicht eine Geschichte zum betrachteten Gegenstand erfinden dürfen? Wer zu jedem Bild die Biografie mitgeliefert bekommen will, muss mit Enttäuschungen rechnen. Natürlich bliebe, auch nicht unspannend, die Recherche.</p>
<p><object width="560" height="315" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/3lT5iBPUeG4?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="560" height="315" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/3lT5iBPUeG4?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p>Zum Beispiel ist das Pashley Guv´nor das Vehikel einiger Porträtierter. Ein Besuch auf der Website der Guvnors´ Assembly, das ist ein Klub von Besitzern eines solchen Rades, könnte Aufschluss bieten. Einige der Fotografierten haben ohnehin die Werbetrommel gerührt, so die lachende Dame im punktierten Kleid, die auf dem Rückumschlag zu sehen ist. Das ist die Bloggerin Jools Walker alias Vélo-City-Girl, die im Band gleich mehrmals auftaucht. Auch der Designer Paul Smith dürfte kein Unbekannter sein. Man kann alles hübsch rauskriegen. Nur, wo sollte dieses Wissen hinführen?</p>
<p>Statt kriminalistischer Spurensuche erscheint eher ein Lob fällig, für die mutige Reduzierung auf Held bzw. Heldin mit Kultgegenstand. So sprechen die Bilder für sich. Natürlich geht es wieder einmal um Inszenierung, aber auch um „Attitude“ und Individualität, soweit Individualität dem Äußeren nach in bestimmten Subkulturen tatsächlich möglich ist. Heraus kommt eine ernste, legere oder (selbst-)ironische Komposition aus Typus, Garderobe und Fahrrad. Der Verlag hat sich dann noch den hübschen Gag erlaubt, auf dem Buchrücken das berühmte „Celeste“ von Bianchi zu imitieren.</p>
<p>So eine Fotosammlung macht Spaß und dient natürlich der Bestätigung, der Entdeckung, dem Nach- und Andersmachen, vielleicht ja auch der Initiation. Na klar: Fotos gibt es mittlerweile abundant im Netz. Aber nicht in dieser speziellen Auswahl und fotografischen Qualität, was ja überhaupt ein bisschen die Krux des Internets ist. Und schließlich liefert das Blättern durch einen Fotoband nach wie vor etwas, das kein Flickr-Album je bieten wird: eine haptische Qualität.</p>
<p><em>Horst A. Friedrichs, „Cycle Style“, Englisch, Prestel Verlag 2012, geb., 176 Seiten, 200 farbige Abbildungen, 24,95 Euro</em></p>
<p>Text: wscher / Cover + Video: Prestel Verlag / Randomhouse Online<br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/183ebff243eb4cb8939493648ba1c4e7" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Fahrradmode aus New York</title>
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		<pubDate>Wed, 02 May 2012 11:06:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fahrradmode]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradmode aus New York]]></category>
		<category><![CDATA[Lance Mercado]]></category>
		<category><![CDATA[Nona Varnado]]></category>
		<category><![CDATA[Radbekleidung für Frauen]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier ist definitiv der Sommer im Spiel: Neon und Pastell. Designerin Nona Varnado erklärte zu ihrer neuesten Kollektion gegenüber fahrradjournal, dass sie eigentlich über das Scherzen darauf kam: „Meine bevorzugte „Lazy-Glamour“-Idee ist es, sich zu kleiden, ohne groß darüber nachzudenken. Trotzdem soll es sich toll anfühlen, damit auf dem Fahrrad in der Stadt herumzufahren. Diese Kollektion ist eher unbewusst entstanden. Farben und Name gehen auf eine Unterhaltung mit dem Brooklyner Designer und Rahmenbauer Lance Mercado von „Squarebuilt“ zurück. Wir sprachen darüber, wie man einen speziellen Maßrahmen lackieren müsste, den ich für mich kopiert haben wollte. Mehr im Scherz kamen wir darauf, um ihn bei Fashionistas beliebt zu machen, müsste es irgendwie pastell- und gleichzeitig neonfarben sein. Und wenn ein Rad auf diese Weise lackiert werden kann, warum nicht auch die passende Kleidung dazu kreieren? So machten wir uns beide an die Arbeit.” Als Nona Varnado 2009 mit ihrem Label begann, sah sie sich die Angebote von „Outlier“, „Rapha“, „Swrve“, „NAU“ und anderen Brands an, fand die Frauen dort allerdings nicht ausreichend repräsentiert. Sie hatte auch keine Lust, auf ihrem Weg zur Arbeit eine große Tasche mit einer zweiten Garderobe mitzuschleppen. Daher plante sie etwas Ausgefeilteres. Heraus kam „Fitness Fashion“ verliebt in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradmode/fahrradmode-aus-new-york/attachment/wlook6-2/" rel="attachment wp-att-3949"><img class="alignleft size-medium wp-image-3949" title="Foto: Nona Varnado_WLook6" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/WLook61-300x200.jpg" alt="Foto: Nona Varnado_WLook6" width="300" height="200" /></a>Hier ist definitiv der Sommer im Spiel: Neon und Pastell. Designerin Nona Varnado erklärte zu ihrer neuesten Kollektion gegenüber fahrradjournal, dass sie eigentlich über das Scherzen darauf kam: „Meine bevorzugte „Lazy-Glamour“-Idee ist es, sich zu kleiden, ohne groß darüber nachzudenken. Trotzdem soll es sich toll anfühlen, damit auf dem Fahrrad in der Stadt herumzufahren. Diese Kollektion ist eher unbewusst entstanden. Farben und Name gehen auf eine Unterhaltung mit dem Brooklyner Designer und Rahmenbauer Lance Mercado von „Squarebuilt“ zurück. Wir sprachen darüber, wie man einen speziellen Maßrahmen lackieren müsste, den ich für mich kopiert haben wollte. Mehr im Scherz kamen wir darauf, um ihn bei Fashionistas beliebt zu machen, müsste es irgendwie pastell- und gleichzeitig neonfarben sein. Und wenn ein Rad auf diese Weise lackiert werden kann, warum nicht auch die passende Kleidung dazu kreieren? So machten wir uns beide an die Arbeit.”</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradmode/fahrradmode-aus-new-york/attachment/nv_look5/" rel="attachment wp-att-3950"><img class="size-medium wp-image-3950 alignright" title="Foto: Nona Varnado_NV_look5" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/NV_look5-199x300.jpg" alt="Foto: Nona Varnado_NV_look5" width="199" height="300" /></a>Als Nona Varnado 2009 mit ihrem Label begann, sah sie sich die Angebote von „Outlier“, „Rapha“, „Swrve“, „NAU“ und anderen Brands an, fand die Frauen dort allerdings nicht ausreichend repräsentiert. Sie hatte auch keine Lust, auf ihrem Weg zur Arbeit eine große Tasche mit einer zweiten Garderobe mitzuschleppen. Daher plante sie etwas Ausgefeilteres. Heraus kam „Fitness Fashion“ verliebt in „Bicycle Lifestyle“. Seither bringt sie jährlich eine Frühling/Sommer sowie eine Herbst/Winter-Kollektion heraus, jeweils etwa zehn bis 16 Stücke. Ökologische Überlegungen spielen ebenfalls eine Rolle bei der Produktion. So wird tatsächlich in New York hergestellt und „wenn immer es möglich ist“, finden Textilien nach dem sogenannten <a href="http://www.bluesign.com/"><span style="text-decoration: underline;">„</span><span style="text-decoration: underline;">bluesign“- Standard</span></a> Verwendung.</p>
<p>Übrigens ist Nona schon auf allen möglichen Fahrradtypen gefahren und viel in Amerika und Europa herumgekommen, darunter auch Berlin. „Zum Fahrradfahren ist Berlin meine europäische Lieblingsstadt. Bevor ich mein eigenes Unternehmen startete, habe ich ein paar großartige Shop-Betreiber bei „Keirin Berlin“ und „Cicli Berlinetta“ getroffen.“</p>
<p>Nur glaubten die damals nicht, dass es einen Markt für Bekleidung und Accessoires für Frauen gäbe. Dabei würden sich Rad fahrende und nicht Rad fahrende Frauen doch dasselbe wünschen: Schöne und farbenreiche Bekleidung, die bequem ist und der Figur schmeichele. Und das zu einem vernünftigen Preis.</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradmode/fahrradmode-aus-new-york/attachment/nv_look4/" rel="attachment wp-att-3951"><img class="alignleft size-medium wp-image-3951" title="Foto: Nona Varnado_NV_look4" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/05/NV_look4-199x300.jpg" alt="Foto: Nona Varnado_NV_look4" width="199" height="300" /></a>„Vielleicht haben sich die Dinge ja inzwischen geändert, aber ich habe den Eindruck, dass so etwas in den traditionellen US-Fahrradfachgeschäften schwierig bzw. unmöglich ist. Es gibt keine Spiegel! Und es gibt keine Umkleidekabinen! Also passen solche Angebote wohl besser in die jüngeren und fahrradfreundlichen Modeboutiquen.“</p>
<p>Nona Varnado sucht auch nach europäischen Händlern bzw. Vertriebspartnern. Wegen des Preises gilt es da wohl noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Denn die Kollektionen werden, wie gesagt, in den USA gefertigt. Noch vor den Frachtkosten machen sich deshalb die Arbeitskosten besonders bemerkbar. Zwischen 18 und 375 US-Dollar kosten die Nona-Varnado-Teile für die Endkundin. Zumindest vom ersten Anblick her ist der Kollektion zu wünschen, dass sich mehr Händler herantrauen, sodass die Mode vor Ort anprobiert werden kann. In Europa ist die Kollektion derzeit nur <a href="http://nonavarnado.bigcartel.com/products"><span style="text-decoration: underline;">o</span><span style="text-decoration: underline;">nline</span></a> bestellbar.</p>
<p>Über Spiegel und Umkleidekabinen in Fahrradfachgeschäften freuen sich Kunden hierzulande übrigens auch.</p>
<p>Mehr: <a href="http://www.nonavarnado.com/">www.nonavarnado.com</a></p>
<p>Text: wscher / Fotos: Nona Varnado<br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/50eca8f20689423b87d4c38b9927c46b" alt="" width="1" height="1" /><br />
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		<title>Die Antwort auf meinen Sonntagskuchentext heißt Torstraße</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 12:13:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
				<category><![CDATA[fahrradwoche]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrradfeuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Radfahren in Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Torstraße]]></category>

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		<description><![CDATA[Um zwei Interviewpartner zu treffen, bin ich kürzlich wieder einmal nach Berlin-Mitte geradelt. Der erste war ein Visionär aus Bordeaux, der vollkommen von der Fahrrad-Regenschirmmethode überzeugt ist. Ihn sollte ich in der Nähe der Torstraße treffen. Der zweite war ein Berufsabenteurer, wenige Tage vor seiner nächsten Eskapade. Mit ihm war ich ein Stück weiter unten, am Rosenthaler Platz verabredet. (Zu beiden demnächst mehr.) Weil das Wetter windig war, freute ich mich schon darauf, den Regenschirm umklappen zu sehen. Oder auf die überraschende Wende, dass der Schirm durch trickreiche Raffinesse davor gefeit wäre und das Traumbild vom Rad mit Regenschirm funktioniert. Doch wie es sich für einen Visionär nicht gehört, kam er an, als ich längst wieder fort war. Freilich hinterließ er eine technische Vorrichtung nebst Schirm am verabredeten Ort. So kam er zwar ums Interview herum. Es wird aber noch Gelegenheit sein, die Applikation zu testen. Auf diese Geschichte freue ich mich jetzt schon. In meinem Sonntagskuchentext schrieb ich, wie paradiesisch das Radfahren in Berlin sei. Und ich erklärte überall, was für ein Glück es ist auch im Alltag mit dem Fahrrad geografisch die Verbindung zwischen den Fahrradthemen zu schaffen. Zum Beispiel von Interview zu Interview. Nur hatte ich dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/die-antwort-auf-meinen-sonntagskuchentext-heist-torstrase/attachment/torstrase-2/" rel="attachment wp-att-3900"><img class="alignleft size-medium wp-image-3900" title="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/04/Torstra%C3%9Fe1-300x135.jpg" alt="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" width="300" height="135" /></a>Um zwei Interviewpartner zu treffen, bin ich kürzlich wieder einmal nach Berlin-Mitte geradelt. Der erste war ein Visionär aus Bordeaux, der vollkommen von der <a href="http://fahrradjournal.de/fahrradmode/radfahren-mit-regenschirm/">Fahrrad-Regenschirmmethode</a> überzeugt ist. Ihn sollte ich in der Nähe der Torstraße treffen. Der zweite war ein Berufsabenteurer, wenige Tage vor seiner nächsten Eskapade. Mit ihm war ich ein Stück weiter unten, am Rosenthaler Platz verabredet. (Zu beiden demnächst mehr.)</p>
<p>Weil das Wetter windig war, freute ich mich schon darauf, den Regenschirm umklappen zu sehen. Oder auf die überraschende Wende, dass der Schirm durch trickreiche Raffinesse davor gefeit wäre und das Traumbild vom Rad mit Regenschirm funktioniert. Doch wie es sich für einen Visionär nicht gehört, kam er an, als ich längst wieder fort war. Freilich hinterließ er eine technische Vorrichtung nebst Schirm am verabredeten Ort. So kam er zwar ums Interview herum. Es wird aber noch Gelegenheit sein, die Applikation zu testen. Auf diese Geschichte freue ich mich jetzt schon.</p>
<p>In meinem <a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/ein-wirklich-total-langweiliger-sonntagstext/">Sonntagskuchentext</a> schrieb ich, wie paradiesisch das Radfahren in Berlin sei. Und ich erklärte überall, was für ein Glück es ist auch im Alltag mit dem Fahrrad geografisch die Verbindung zwischen den Fahrradthemen zu schaffen. Zum Beispiel von Interview zu Interview. Nur hatte ich dabei nicht mit der Torstraße gerechnet.</p>
<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/die-antwort-auf-meinen-sonntagskuchentext-heist-torstrase/attachment/das-schnellste-rad-der-welt-by-joel-cairo/" rel="attachment wp-att-3898"><img class="alignleft size-medium wp-image-3898" title="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/04/Das-schnellste-Rad-der-Welt-...-by-Joel-Cairo-236x300.jpg" alt="Zeichnung: Joel Cairo / www.fahrradjournal.de" width="236" height="300" /></a>Nachdem mich der Mann mit dem Regenschirm versetzt hatte, verlegte ich mich also auf den Abenteurer. Der Weg zu ihm war vielversprechend, die Verkehrslage dramatisch. Unter dem Sirenenfeuer eines Krankenwagens wich ich einem Bio-Lieferanten nach rechts aus, in die Trainingsspur eines neurotischen Sportsfreundes, der mich ohnehin gerade von rechts überholen wollte, und mit seiner Turnschuhspitze knapp meine Speichen verfehlte. Er sah sich aber nicht mal um, weil seine Stirn mit einem dieser Superkleber auf dem Lenker festgeklebt war. Ich weiß nicht, ob der Racer von letzter Woche heute noch lebt. Ich weiß nur, dass plötzlich eine Karosse quer auf der Fahrbahn stand und lange überlegte, wo um aller Welt man jetzt hinfahren könnte, und sich deshalb alles drumherum noch größer und dichter machte, das Ego über das jeweilige Fahrzeug hinaus lärmend aufblähte, bis selbst ein Fahrrad kein Vorteil mehr war. Ich steckte fest. Und weil mir der archaische Kampf auf einer Pipistrecke von A nach B zu aufwendig erschien, schmiss ich hin und wurde zum Passanten.</p>
<p>Immerhin, das dürfte eine gelungene Trainingsstrecke für den Abenteurer sein, dachte ich. Aber der kam mit der U-Bahn, winkte dankend ab und befand: Man könne sich ja auf viele Weisen umbringen. Er jedenfalls fühle sich im chaotischen Straßenverkehr Kairos bedeutend sicherer als hier in Berlin. In Kairo nehme man wenigstens Rücksicht auf den Schwächeren, behauptete er.</p>
<p>Auf dem Rückweg vom Interview habe ich die Schultern gezuckt, mich lieber assimiliert und bin für eine Teststrecke im Tempo des Dorfpfarrers über den Bürgersteig geradelt. Die hohe Akzeptanz der Fußgänger war überraschend. Ich begann zu grüßen und die Leute grüßten freundlich zurück. So hatte mich die Torstraße am Ende überzeugt: Die Metropole existiert also doch. Der Fairness halber verweise ich noch auf einen FAZ-Artikel <a href="http://www.faz.net/aktuell/reise/nah/torstrasse-in-berlin-die-stadt-die-lichter-11703908.html">über die Torstraße.</a>.</p>
<p><em>Text: wscher / Zeichnungen: Joel Cairo</em><br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/e7f88f377e0e4fe891c07c429a28114c" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Critical Mass Berlin</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 10:11:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fahrradjournal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Critical Mass]]></category>
		<category><![CDATA[Critical Mass Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Ted White]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Dokumentarfilm „The Return of the Scorcher” aus dem Jahr 1992 enthält eine Szene in China, in der sich Radfahrer zu Gruppen sammeln, um große Straßen ohne Ampeln zu überqueren. Der Film von Ted White gilt deshalb als Namensgeber der „Critical Mass“. Im gleichen Jahr, in dem der Film herauskam, fand die erste Critical-Mass-Veranstaltung in San Franzisko statt und verbreitete sich seither weltweit. Als größte dieser Art gilt die Fahrt in Budapest, die es von anfangs einigen Hundert auf 80.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Jahr 2008 gebracht haben soll. In Deutschland finden Critical Mass Fahrten u. a. in Hamburg, Köln, Frankfurt, seit 1997 auch in Berlin statt. Und zwar jeden letzten Freitag eines Monats. Wäre das nach Gregorianischen Kalender nicht genau heute? Richtig! Um 20.00 Uhr ab Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg, hat jeder Radfahrer die Gelegenheit, sich einmal als Teil einer Kritischen Masse zu erleben. Worum geht es überhaupt? Der Idee nach braucht es nur Mensch, Rad, Ort und Zeit. Sobald dabei 16 Radfahrer zusammenkommen, greift § 27 der Straßenverkehrsordnung, das heißt, sie gelten jetzt als geschlossener Verband. Sie dürfen zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Auch die Sache mit der roten Ampel soll dann ausnahmsweise zu Recht anders ausgelegt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://fahrradjournal.de/fahrradwoche/critical-mass-berlin/attachment/critical-mass-berlin/" rel="attachment wp-att-3849"><img class="alignleft size-medium wp-image-3849" title="Foto: Critical Mass Berlin" src="http://fahrradjournal.de/wp-content/uploads/2012/04/Critical-Mass-Berlin-300x178.jpg" alt="Foto: Critical Mass Berlin" width="300" height="178" /></a>Der Dokumentarfilm „The Return of the Scorcher” aus dem Jahr 1992 enthält eine Szene in China, in der sich Radfahrer zu Gruppen sammeln, um große Straßen ohne Ampeln zu überqueren. Der Film von Ted White gilt deshalb als Namensgeber der „Critical Mass“. Im gleichen Jahr, in dem der Film herauskam, fand die erste Critical-Mass-Veranstaltung in San Franzisko statt und verbreitete sich seither weltweit. Als größte dieser Art gilt die Fahrt in <a href="http://criticalmass.hu/english">Budapest</a>, die es von anfangs einigen Hundert auf 80.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Jahr 2008 gebracht haben soll.</p>
<p>In Deutschland finden Critical Mass Fahrten u. a. in Hamburg, Köln, Frankfurt, seit 1997 auch in Berlin statt. Und zwar jeden letzten Freitag eines Monats. Wäre das nach Gregorianischen Kalender nicht genau heute? Richtig! Um 20.00 Uhr ab Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg, hat jeder Radfahrer die Gelegenheit, sich einmal als Teil einer Kritischen Masse zu erleben.</p>
<p>Worum geht es überhaupt? Der Idee nach braucht es nur Mensch, Rad, Ort und Zeit. Sobald dabei 16 Radfahrer zusammenkommen, greift § 27 der Straßenverkehrsordnung, das heißt, sie gelten jetzt als geschlossener Verband. Sie dürfen zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn fahren. Auch die Sache mit der roten Ampel soll dann ausnahmsweise zu Recht anders ausgelegt werden dürfen:</p>
<p>„Wenn die ersten Fahrzeuge eines Verbandes in eine Kreuzung eingefahren sind, müssen die restlichen Fahrzeuge folgen, auch wenn die Ampel zwischendurch auf Rot umspringt.“</p>
<p>Einen eigentlichen Verantwortlichen gibt es zwar nicht, nur den Initiator einer solchen Aktion. Hierarchien unter den Teilnehmenden sind auch nicht erwünscht. Dennoch steht in der Straßenverordnung: „Der Führer des Verbandes hat dafür zu sorgen, dass die für geschlossene Verbände geltenden Vorschriften befolgt werden“.</p>
<p>Wie auch immer. Auf Verhaltensregeln wird auf der Website der Critical Mass Berlin hingewiesen. Demnach sollte der Zug kompakt bleiben, um nicht durch den motorisierten Verkehr zerrissen zu werden. Ausdrücklich solle man friedlich bleiben und sich nicht durch aggressive Autofahrer provozieren lassen. Schließlich gehe es nicht um die Verkehrsbehinderung anderer. Vielmehr wolle man als Nichtmotorisierte/r ein Stück des öffentlichen Lebensraumes „zumindest zeitweilig&#8221; zurückerobern. Entsprechend lautet das Motto: „Wir behindern nicht den Verkehr, sondern sind Verkehr!“ Jede/r Teilnehmer/in sollte eigenverantwortlich fahren und insbesondere ein verkehrssicheres Fahrzeug mitführen. Und ein Rennen ist das keineswegs, die Geschwindigkeit soll zwischen zehn und 15 Stundenkilometern liegen.</p>
<p>Text: wscher / Zeichnung: Joel Cairo / Grafikquelle: Critical Mass Berlin Facebook</p>
<p>Mehr: Critical Mass Berlin <a href="http://cmberlin.blogsport.de/">Website</a> und auf <a href="http://www.facebook.com/pages/Critical-Mass-Berlin/74806304846">Facebook</a><br />
<img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/4df8b4ae1eec4af7b3b0e204a1a37ab2" alt="" width="1" height="1" /></p>
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