Miniaturbild Pelizzoli

Das Traumrad von Giovanni Pelizzoli

Auf der VELO Berlin trafen wir einen der Altmeister des Rahmenbaus

Signore Pelizzoli, wann haben Sie mit Ihrem Handwerk angefangen?

1962 fing ich an zu arbeiten. Da konnte ich schon schweißen. Dann fing ich an im internationalen Wettbewerb zu arbeiten.

Wo haben Sie gelernt?

Gelernt habe ich bei Ugo de Rosa.

Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Fahrrad?

Ja, das war 1967. Derselbe Stil wie heute. Mit Stahlrahmen. Also der alter Stil, aber heute gemacht.

Worauf kommt es bei der Arbeit an? Ist das eine Frage ausgefeilter Technik?

Vor allem braucht es die Liebe und die Leidenschaft dessen, der arbeitet. Diese Leidenschaft möchte ich gerne an meinen Sohn weitergeben. Ich denke, ich bin ein guter Lehrer. Und ich bin davon überzeugt, dass er ein guter Schüler ist. Er kann alles von mir lernen.

Mit dem Aufkommen von Titanium und Carbon begann der Niedergang des Stahlrahmens. Wie haben Sie das erlebt?

Den Rückgang der Nachfrage habe ich ja selbst ausgelöst. Ich habe einen Aluminiumrahmen für Gianni Bugno hergestellt. Seit Bugno diesen Rahmen benutzte, war es mit dem Stahl vorbei.

Wann stieg die Nachfrage wieder?

Vor fünf Jahren etwa, so um 2005. Die Nachfrage kam aber nicht von den Europäern, sondern von Asiaten und Amerikanern. Erst jetzt steigt die Nachfrage in Europa  langsam wieder an. Der Grund dafür ist, dass das Carbon, das heute aus China kommt, kein Carbon sondern Thermoplastik ist. Monocoque ist Thermoplastik.

Gibt es eine italienische Schule des Rahmenbaus?

Es gab eine. Ich möchte, dass diese Schule wieder auflebt. Mein Sohn soll diese Schule weiterführen.

Sie sind ein komplettes Familienunternehmen?

Ja. Mein Sohn und meine Tochter arbeiten in der Firma. Und hier, dass ist ein Neuzugang, der neue Sohn. Also mein Bruder kann er jedenfalls nicht sein, dafür ist er wirklich zu groß.

Wie sieht das Traumrad von Giovanni Pelizotti aus, das Rad, das Sie nie bauen konnten?

Mein Traumfahrrad müsste mit Goldinsignien gearbeitet sein. Und Diamanten. Sehr wertvoll und sehr teuer. Aber es gäbe wohl kaum einen Menschen, der das kaufen könnte. Nun, hoffen wir, dass es jemand gibt. Ist halt nur ein Traum.

Interview: Wolfgang Scherreiks / Foto: pelizzoli world

 

Infos: Pelizzoli World

WERBUNG
[adrotate banner=“10″]

About the author

fahrradjournal

View all posts

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *