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Der deutsche Fahrradmarkt 2013

Foto: wscher / www.fahrradjournal.deIn Berlin wurden heute die Zahlen des Zweirad-Industrieverbandes e. V. (ZIV) für das Jahr 2013 vorgestellt. Demnach gingen die Stückzahlen an verkauften Fahrrädern und E-Bikes im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent auf 3,8 Millionen zurück. Der Umsatz lag bei 2,3 Milliarden Euro. Rechnet man den Absatz an Textilien, Ersatzteilen und Werkstatt hinzu, kommt die Fahrradbranche auf einen Gesamtumsatz von unverändert 4,0 Milliarden Euro. Der rechnerische Durchschnittspreis für ein Fahrrad kletterte von 513,00 Euro in 2012 auf 520,00 Euro in 2013. Bei der Berechnung werden die allgemein höherpreisigen E-Bikes mit einbezogen.

Nicht uninteressant ist der Blick auf die Angaben zu den Vertriebswegen von Fahrrädern. Trotz Internet soll der Onlinehandel nur einen Anteil von 10 Prozent besitzen. Der Fachhandel behauptet sich demnach bei 70 Prozent, während Baumärkte und ähnliche Anbieter sogar ein Prozent verloren haben und bei 20 Prozent liegen.

Den größten Marktanteil nach verkauften Stückzahlen besitzen Trekking Bikes mit 30 Prozent, gefolgt von Citybikes mit 22 Prozent und E-Bikes mit fast 11 Prozent. Damit ging die Prognose des Industrieverbandes nicht auf. Noch beim EUROBIKE-Branchengespräch Ende August war man von einem Anstieg der Verkaufszahlen von 13 Prozent ausgegangen.

Der ebenfalls auf der Pressekonferenz anwesende Verband des Deutschen Zweitradhandels e. V. (VDZ) wies auf eine zunehmende Konzentration im Zweiradmarkt hin. Während die großen Geschäfte wachsen, verlieren kleinere Unternehmen Marktanteile. Sortimentstiefe, Technisierung der Produkte und Internethandel spielen eine Rolle. Hohe Investitionen in Warenlager, Service und Marktauftritt können von kleineren Unternehmen „oft nicht in ausreichendem Umfang“ erbracht werden.

Hier zeigte sich eine wirtschaftliche Kehrseite des E-Bikes, dessen Umsatzzuwächse die Fahrradbranche sonst immer lobt. Im Fachhandel verschlechterte sich die Rendite. Der scharfe Wettbewerb und Verluste beim Abverkauf von Überbeständen und Altware sorge für einen Rückgang der Handelsspanne. Der rasche technische Wandel von E-Bikes führte zu hohen Abschreibungen. Originaltext-Pressetext VDZ: „Der Rückgang der Rendite führt dazu, dass in vielen Fällen die Unternehmerfamilien von der Substanz leben und ihnen die Mittel für notwendige Investitionen und die erforderliche Alterssicherung fehlen.“

Die gute Nachricht zum Schluss. Angesprochen auf erste Aussichten für die neue Saison war von einem positiven Trend und „deutlichen Umsatzzuwächsen“ die Rede. Dank milder Witterung fiel das klassische Wintertief aus. Zum ZIV-Jahresbericht mit allen Zahlen geht es hier.

Text und Fotos: wscher

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1 Comment

  • Das sind doch positive Zahlen. Ich denke das sich der Fahrradmarkt noch weiter nach oben entwickeln wird. In ländlichen gegenden werden Fahrradwege immer weiter ausgebaut und auch in den Städten ist man stets bemüht, die Straßen auch für Radfahrer positiv zu gestalten. Und der E-Bike Markt entwickelt sich auch immer weiter. Bin schon gespannt auf die Zahlen für 2014 :-)

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