Grafik: ZIV

Fahrradmarkt Deutschland

Grafik: ZIV

Auf einer Pressekonferenz in Berlin wurden heute die Zahlen des Zweirad-Industrieverbandes e. V. (ZIV) für das Jahr 2012 veröffentlicht. Demnach arbeiten 50.000 Beschäftige in der deutschen Fahrradbranche, die einen Gesamtumsatz von mehr als 4 Milliarden Euro erwirtschaftete. Wetterbedingt ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr allerdings um vier Prozent zurück. Rund 3,95 Millionen Fahrräder und E-Bikes wurden im Jahr 2012 an den Handel verkauft. Wie in der ZIV-Grafik oben zu sehen, gehörte jedes zweite verkaufte Rad in die Kategorie City- oder Trekkingrad. Der Anteil des E-Bikes am Gesamtmarkt ist im Jahr 2012 auf 10% angestiegen. Mittlerweile sollen über 1,3 Millionen E-Bikes auf deutschen Straßen rollen.

Trotz des hier verkündeten E-Bike-Booms herrscht bei den Händlern offenbar nicht ungebrochen eitel Sonnenschein. So wies unlängst das Branchenportal velobiz.de unter Berufung auf eine gemeinsame Umfrage mit dem Marktforschungsinstitut Trendscope darauf hin, dass der immense Finanzbedarf, der mit dem E-Bike-Geschäft einhergehe, für eine Verschärfung von Liquiditätsproblemen im Handel sorgen könnte.

Der Durchschnittspreis für das Fahrrad stieg nach ZIV-Angaben auf derzeit knapp 513,00 Euro pro Stück. Gemessen am Durchschnittspreis für Neuzulassungen beim Autokauf in 2012 in Höhe von 26.780,00 Euro (vgl. DAT-Report 2013), klingt das eher nach einem Taschengeld. Für die Berechnung des Fahrraddurchschnittspreises wurden allerdings die E-Bikes mit eingerechnet.

Der Verband des Deutschen Zweitradhandels e. V. (VDZ) wies in seiner Präsentation anlässlich der Pressekonferenz darauf hin, dass das Internet nicht ausschließlich als neuer Wettbewerber, sondern auch als Informationsmedium aller (Kauf-)Interessenten eine Rolle spiele. So würde ein Großteil der Kaufentscheidungen vor allem jüngerer Verbraucher durch Vorinformationen aus dem Internet beeinflusst. Dabei spielten die Social Media eine entscheidende und wachsende Rolle. Diese Aussagen beziehen sich im Wesentlichen auf die Aktivitäten sowie die Präsenz von Marken und Fachhändlern im Netz. Bleibt zu hoffen, dass die Fahrradwirtschaft eines fernen Tages auch das Potenzial der deutschen Fahrradblogs erkennt.

Noch zwei interessante Grafiken des ZIV seien an dieser Stelle wiedergegeben: Die anteilsmäßige Aufteilung der Vertriebswege sowie die Aufschlüsselung der Importländer nach Deutschland. Und siehe da: Kambodscha schlägt mittlerweile Taiwan. Zur Vertiefung der Branchenzahlen und für weitere Grafiken verweise ich auf diesen Link.

Übrigens war die Pressekonferenz mäßiger besucht, als noch im Vorjahr. Das mag ebenfalls am Wetter gelegen haben.

Text: wscher / Grafiken: ZIV

Grafik: ZIVGrafik: ZIV

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1 Comment

  • Hallo,

    ich bin zu diesem Artikel gekommen, weil wir uns in unserem Blog auch mit den Zahlen vom ZIV beschäftigt haben: http://www.dein-bikeshop.de/blog/fahrrad/ziv-zahlen-fahrrad-markt-2012/

    Ich hinterlasse hier einen Kommentar, um in einem Punkt ganz besonders zuzustimmen: das Potenzial der Fahrrad-Blogs wird noch nicht ansatzweise gesehen. Es gibt ein paar Blogs (privat oder professionell betriebene), die wirklich _sehr_ tief gehende und detaillierte Informationen anbieten, die mit viel Mühe und Herzblut zusammen getragne wurden. Und diese Blogs sind auch in den Suchmaschinen gut vertreten. Natürlich kennt man deren Zugriffszahlen nicht, aber wahrscheinlich kommen dort einige Besucher zusammen. Hier könnte man zur Markenbildung und -stärkung gut ansetzen!

    VG,
    Sebastian

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