Eine Woche Fahrradkultur +++ Eine Woche Fahrradkultur +++ Eine Woche Fahrradkultur

+++ Zum Radfahren ist es nie zu spät. Im November brachte „Deutschlandradio Wissen“ einen kleinen Beitrag von Marcel Steuermann (!), wie Erwachsene das Radfahren lernen. +++

+++ „Yehuda Moon and his Kickstand Cyclery” ist ein Fahrradcomic von Rick Smith. Dessen Held Yehuda betreibt mit seinem Freund Joe ein Fahrradgeschäft. Yehuda steht auf traditionelle und funktionale Ideen à la Grant Petersen, Joe dagegen bevorzugt den Rennsport. Weitere Figuren sind der Ninja-Biker, der Hypochonder oder der Geist des Vorbesitzers. Angeblich ist der Zeichner Smith ein Bewunderer von Harold Gray, Chester Gould, Frank König und James Kochalka. Im September 2011 wollte er sich eigentlich zurückziehen. Doch Anfang des Jahres verkündete das Bicycle Times Magazine: „The Kickstand Cyclery is back in business.” Die Yehuda Moon Comics sollen ab Ausgabe 15 exklusiv in den „Bicycle Times“ erscheinen. +++

+++ Völlig unabhängig davon betreibt Walter Shimanow sein Fahrradgeschäft im Comic von Joel Cairo auf fahrradjournal. Auch diese Serie wird fortgesetzt. +++

Foto: wscher

+++ Immer wieder kann man über Hinweisschilder (Foto) stolpern, die nachdenklich stimmen. Wie viel Energie braucht das, welche Vehemenz … Dabei könnte die Welt so einfach sein. +++

+++ Es folgt ein Exkurs in Sachen Berichterstattung. Spätestens mit dem Web 2.0 ging bekanntlich das althergebrachte Informationsmonopol des Journalisten verloren. Er hat sich vom „Gatekeeper“ zum „Gatewatcher“, ja zum Kurator der Information gewandelt. Aus dem unerschöpflichen Meer von Botschaften soll er die Schätze heben, sie auf ihre Echtheit hin prüfen und seinem Publikum anempfehlen. Leider hat sich dabei die Unsitte eingebürgert, es mit den Quellen, sofern sie Blogs entstammen, nicht so genau zu nehmen. Da werden ganze Absätze zitiert, als Quelle wird im Anschluss „ein Blogger“ genannt. So war es u. a. kürzlich wieder im „Info-Radio“ zu hören. Sofern die Quelle nicht geschützt werden muss, gibt es dafür aber kaum einen Grund. (Selbst die Namen chinesischer oder russischer regierungskritischer Blogger klingen uns doch täglich in den Ohren.) Also bitte, auch wenn es noch so schwer fällt, da geht doch noch was: Blogger bzw. Blogs haben einen Namen! +++

Foto: www.historisches-museum-bielefeld.de

+++ Wer es noch bis zum 26. Februar nach Bielefeld schafft, könnte die Sonderausstellung „Rückenwind – Vom Hochrad zum E-Bike“ im Historischen Museum besuchen. Zu einer Zeit, als Hochräder en vogue waren, begann dort Nikolaus Dürkopp 1886 mit der Herstellung von Fahrrädern. Im selben Jahr erschien in Bielefeld erstmals die Zeitschrift „Radmarkt“. Damit war der Grundstein gelegt für den Aufstieg der Stadt zu einer Hochburg der deutschen Zweiradindustrie – neben Nürnberg, Brandenburg und dem sächsischen Industrierevier.
Kern der Ausstellung ist eine Präsentation, die den Gestaltwandel des Fahrrads von 1886 bis heute darstellt. Ob es um den Herstellungsprozess oder die Werbung, Sport oder Reisen, die Frau auf dem Fahrrad oder seine Rolle im Nationalsozialismus geht – das Fahrrad war und ist in den Alltag und die Lebensbedingungen seiner Nutzer verwoben. Auch Geschichten von Bielefelder Radfahrer/innen sind ein Bestandteil der Fahrradgeschichte und der Ausstellung. Weitere Infos gibt es hier. +++

Cover: BVA Verlag

+++ Wer im Anschluss an die Ausstellung weiterlesen möchte oder aber gar nicht nach Bielefeld kommt, der sei auf das Buch „Rückenwind – Ein Streifzug durch die Fahrradgeschichte“ verwiesen. Die Entwicklung des Fahrrades seit dem frühen 19. Jahrhundert und sein weiterer Werdegang sind eine unerschöpfliche Fundgrube für hochinteressante Geschichten. Das Jahr 1886 markiert den eigentlichen Durchbruch des Fahrrades in Gestalt des „Safety“ oder Sicherheitszweirades. Dieses Datum wird 125 Jahre später zum Anlass genommen, die Fahrradgeschichte in Essays schlaglichtartig zu beleuchten. Mit Beiträgen aus Gesellschaft, Industrie, Technik, Politik und Sport. „Rückenwind – Ein Streifzug durch die Fahrradgeschichte“, Herausgegeben von Michael Bollschweiler, Michael Mertens und Gerhard Renda, BVA Bielefelder Verlag 2011, 144 Seiten, farbig mit zahlreichen Abbildungen, Hardcover, 19,90 Euro. +++

Foto: www.nordischebotschaften.org

+++ Die wahre Fahrradstadt aber bleibt Kopenhagen. Anlässlich der dänischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2012 gibt es vom 11.01.12 bis zum 29.02.12 die Ausstellung. »Eine Stadt fährt Rad« (Kultur – Design – Stadtentwicklung – Beispiel Kopenhagen) zu sehen. Sie will zeigen, warum so viele Kopenhagener auf das Fahrrad als Transportmittel im Alltag schwören. Koordiniert wurde die Austellung von der Dänischen Botschaft in Berlin, dem Verkehrszentrum Kopenhagen, dem Dänischen Fahrradverband mit der Cycling Embassy sowie Cecilia Vanman, Autorin von »City of Bicycles« und Mikael Colville-Andersen/Copenhagenize Consulting. Entsprechend sollen im Rahmen der Ausstellung Politiker, Stadtplaner, Architekten, Blogger und Fahrradaktivisten zu Wort kommen. So findet am 9. Februar,  um 18.30 Uhr, eine Debatte zur Zukunft der urbanen Mobilität statt. U. a. mit Michael Cramer (MdEP Grüne), Burkhard Horn (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Berlin), Michael Colville-Andersen (Copenhagenize Consulting), Jesper Pørksen (Dänischer Fahrradverband), Tina Saaby (Stadtarchitektin Kopenhagen) und Niels Tørslev (Leiter Verkehrszentrum Kopenhagen). Ort: Nordische Botschaften Felleshus / Gemeinschaftshaus,  in der Rauchstraße 1 in Berlin. Der Eintrit ist frei. Weitere Infos. +++

+++ Neuigkeiten von der am 7. und 8. Januar stattfindenden Deutschen Meisterschaft Cyclocross 2012 in Kleinmachnow finden sich u. a. im BikeBlog Berlin. Der Kollege ist sozusagen live vor Ort und berichtet in seinem Blog darüber. +++

+++ Laut Pressemeldung vom 06.01. wurde die Berliner Polizei auf einen sehr nervös wirkenden Radler aufmerksam, der „auf seinem Rad ein Weiteres mitführte“. Als er die Beamten entdeckte, änderte der schlagartig die Fahrtrichtung. Der Mann wurde festgenommen. Bei seiner Befragung räumte der mutmaßliche Dieb ein, insgesamt 920 (!) Fahrräder gestohlen zu haben. Die richterlich angeordnete Wohnungsdurchsuchung förderte allerdings nur (noch) drei weitere Räder, diverse Fahrradcomputer, Fahrradsättel und Werkzeug zutage. Was für ein Angeber. +++

wscher

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Veranstaltungshinweise für die fahrradwoche? E-Mail an: redaktion@fahrradjournal.de

 


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