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Warum machen wir was wie

Interview im Kölner Stadtamt mit den Mitarbeitern des Kölner Fahrradbeauftragten Herrn Lemke und Herrn Klein.

Der Kölner Fahrradbeauftragte wird von der Stadt bezahlt. Ist das nicht ein Nachteil?

Klein Alles hat Vor- und Nachteile. Nimmt man einen Externen, der kann dann Hinweise an die Politik geben. Damit ist der natürlich freier in seiner Meinungsäußerung. Als städtischer Bediensteter unterliegt man auch der einheitlichen Verwaltungsmeinung. Andererseits hat man als Teil der Stadtverwaltung die Möglichkeit, viel mehr umzusetzen. Ein externer Berater hat das Problem, gehört zu werden. Der Kölner Fahrradbeauftragte Herr Möllers ist gleichzeitig Gruppenleiter der Verkehrsplanung. Seine Aufgabe ist also nicht exklusiv Radverkehr. Allerdings bestimmt diese Thematik aufgrund ihrer Dynamik einen Großteil des Tagesgeschäfts.

Wie sind denn die Aufgaben des Fahrradbeauftragten definiert?

Lemke Der Fahrradbeauftragte ist der Vertreter der Interessen des Radverkehrs innerhalb der Verwaltung und ist das Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung. Auf der Internetseite gibt es eine Telefonhotline und ein E-Mail-Postfach. Hier ist die Schnittstelle von Bürgern zum Fahrradbeauftragten. Da können Wünsche und Hinweise gegeben werden. Was nicht im Team des Fahrradbeauftragten selbst umgesetzt werden kann, kann zum Teil auf dem kurzen Dienstweg geregelt werden.

Klein Eine Besonderheit hier in Köln ist, dass wir im Amt für Straßen- und Verkehrstechnik sind. Sehr oft ist der Fahrradbeauftragte, wenn er in der Stadtverwaltung ist, bei der Stadtplanung angesiedelt, wo er natürlich eher große oder zukünftige Konzepte entwickelt. Wir sind dadurch, dass wir beim Tiefbauamt sind und in der Planungsabteilung, sehr eng an der Planung dran. So können wir eigene Planungen erstellen, die dann auch auf die Straße kommen, beispielsweise Ausbaupläne oder Markierungspläne. Schutzstreifen erarbeiten wir im Team des Fahrradbeauftragten auch konkret.

Lemke Wir haben sogar den Vorteil, dass wir selbst Anordnungen hinsichtlich der Öffnung von Einbahnstraßen machen können. Wir haben hier sehr viele geöffnet. Ab und zu sind immer noch welche nicht geöffnet, … es wird noch ein ganz neues Konzept und Verfahren erarbeitet.


»Die Infrastruktur entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen«

Mit welchen Herausforderungen ist die Radverkehrsplanung in Köln konfrontiert?

Herr Lemke
Herr Lemke

Lemke Bei uns sind die Straßen sehr eng und das ist das größte Problem, das wir letztendlich haben. In den achtziger Jahren hat man auf den Ringen schön gestaltete Radwege gemacht, aber die sind einfach zu schmal und haben nicht mal einen Meter. Mit einem Belag, den man heute auch nicht mehr nehmen würde. Direkt daneben hat man Bäume gepflanzt, damit es schön grün wird. Deren Wurzeln heben jetzt die Platten hoch. Das ist der Punkt im Moment, die vorhandene Infrastruktur anzupassen und die Lücken zu schließen, die es gibt. Die Infrastruktur, die wir haben, entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen.

 

Wie schließen Sie Lücken?

In der Venloer Straße, wo wir das Problem auch hatten, ist die Radikallösung gewählt worden: Die Bäume wurden alle gefällt, die Straße wurde umprofiliert, der Radverkehr wurde auf die Fahrbahn gelegt, mit Schutzstreifen, es wurden neue Bäume gepflanzt. Nur ist es schwierig, so etwas auf den Ringen zu machen.

Der Trend geht doch aber von den baulichen Radwegen auf die Straße?

Lemke Grundsätzlich ist es so, dass der Radverkehr immer mehr auf die Fahrbahn gelegt werden soll. Je nachdem – Mischverkehr oder Schutzstreifen oder Radfahrstreifen. Bauliche Radwege wird es immer weniger geben. Auch vor dem Hintergrund des Urteils der Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht. Alle Radwege werden sukzessive überprüft, wo ist die Benutzungspflicht wirklich erforderlich und wo nicht? Es gibt jetzt schon, glaube ich, 20 Radwege, wo die Benutzungspflicht aufgehoben worden ist. Da wollen wir demnächst eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme machen und mobile Schilder hinstellen: „Hier ist die Benutzungspflicht aufgehoben.“ Weil da wieder der Konflikt zwischen Radfahrer und Autofahrer ist. Wo der Autofahrer den Radweg sieht und nicht immer so das Verständnis da ist und er sich fragt: Warum fährt der auf der Straße und nicht auf dem Radweg?

Klein Da kommt gerade dieser Paradigmenwechsel, der Radfahrer soll als Teil des fließenden Verkehrs wieder vermehrt auf die Fahrbahn. Man beschäftigt sich beruflich damit und hat das verinnerlicht. In Gesprächen mit Freunden und Bekannten aber merkt man, dass zum Beispiel die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht gar nicht bekannt ist. Da ist die Sichtweise, ich fahr mit dem Auto da lang, da ist ein roter Streifen, also hat der Radfahrer doch da zu fahren, was macht der auf der Fahrbahn? Hier wird in Zukunft noch eine Menge Arbeit liegen.

 

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Teilweise gibt es Probleme, mit dem Rad durch die Innenstadt zu kommen …

Herr Klein
Herr Klein

Klein Die Verkehrsplanung unterliegt immer gewissen Trends und Tendenzen. In der Nachkriegszeit, der Zeit des Wiederaufbaus, hat der Radverkehr natürlich keine Rolle gespielt. Das Leitbild der autogerechten Stadt findet sich in vielen Teilen der Stadt Köln. Das bereitet uns Probleme, weil das nicht mehr den heutigen Mobilitätsanforderungen genügt. Das sind auch die Bereiche, wo wir extreme Knackpunkte haben. Zum Beispiel haben wir mit der Nord-Südfahrt eine riesige Autoschneise, wo kein straßenbegleitender Radweg ist.

Lemke Für die Nord-Südfahrt, das ist die vor der Oper, bis nach unten zu den Ringen, haben wir schon mal eine Planung gemacht. Von der Amtsleitung ist die Bereitschaft da, eine Fahrspur wegzunehmen. Ich meine, wir haben die zum Teil sechsspurig durch die Innenstadt durchgehen und man braucht sie heute nicht, wo der motorisierte Individualverkehr (MIV) fast rückgängig ist in der Stadt.

 

»Der Mensch, der zufrieden ist, meldet sich eher selten«

Wie beurteilen Sie die Stimmung unter den Kölner Verkehrsteilnehmern?

Lemke Probleme gibt es immer wieder zwischen Fußgängern und Radfahrern. Etwa wenn Radfahrer auf der falschen Seite auf dem Gehweg fahren, weil sie den Umweg nicht in Kauf nehmen wollen, den es gezwungener Maßen mal gibt. Oder die Akzeptanz, dass der Radfahrer auf der Fahrbahn fährt, obwohl der den baulichen Radweg hat. Aber ob das anders ist als in anderen Städten? Wir haben ein gutes Meinungsbild, weil wir einige Mails jeden Tag kriegen …

Klein … wobei das selektiv ist. Der Mensch, der zufrieden ist, meldet sich eher selten. Wir sind bemüht, für ein Miteinander zu sorgen. Es gibt natürlich Bereiche, die aufgrund ihrer Ausgestaltung konfliktträchtig sind. Zum Beispiel direkt am Rheinufer, zwischen Deutzer Brücke und Hohenzollernbrücke, dort ist eine Fußgängerzone mit „Radfahrer frei“, direkt an der Altstadt. Einerseits führt dort der überregionale Rheinradweg lang, andererseits hat man einen  Benutzungskonflikt mit den Touristen und den ganzen Schiffsanlegestellen. Da gibt es gewisse Zeiten, sprich Wochenende, wo es extrem belegt ist und das birgt Konflikte. Das sind Bereiche, wo man eben abwägt.

Lemke Man muss gucken, ob man eine vernünftige Alternative für den Radverkehr durch die Altstadt findet. Aber das will der Radfahrer nicht. Wenn man davon ausgeht, dass es sich hier um einen internationalen Radwanderweg handelt, der über mehrere hundert Kilometer geht, dann will ich in Köln nicht gerade durch die Nebenstraßen geschickt werden. Das ist auf 600 Kilometer ein Abschnitt von 900 Metern, wo man sich vielleicht sagt, es ist halt mit die größte Stadt am Rhein, wenn ich da mal mehr aufpassen muss …

Wir haben ja auch die unterschiedlichen Nutzergruppen. Es gibt die Gruppe, die mit dem Rennrad schnell durch die Stadt will, die will natürlich grundsätzlich nur auf der Fahrbahn  fahren. Es gibt diejenigen, die mehr gemütlich fahren wollen. Die schreien, wenn wir innerhalb einer Tempo-30-Zone den Radweg zurückbauen, weil er ja da auch nicht mehr hingehört. Das ist ein Riesenaufstand. Von daher müssen wir gucken, dass wir alle Ansprüche und Bedürfnisse abdecken. Im Zweifelsfall für den Schwächeren.

Klein Das ist auch die Krux. Die Besonderheit beim Radverkehr ist die extreme Heterogenität. Es gibt nicht den Radfahrer. Aus unserem Alltagsgeschäft kennen wir Leute, die vehement Druck machen, dass morgen alle blauen Schilder weg sind. Und es gibt die unsichereren oder gemütlichen Radfahrer, die sagen, für mich ist der Radweg das Größte. Was ihr auf der Fahrbahn macht, ist ja eine absolute Verschlechterung gegenüber vorher. Da ist Öffentlichkeitsarbeit extrem wichtig. Dass wir den Leuten begreiflich machen, warum machen wir was wie.

 

»Das ist etwas, worum uns andere Städte in Nordrheinwestfalen beneiden«

Welche Projekte sind konkret für die nächste Zukunft geplant?

Klein Wenn wir über konkrete Projekte sprechen, kann man das Radwegesanierungsprogramm benennen, was es seit 2009 gibt. Der Rat der Stadt Köln gibt pro Jahr circa zwei Millionen zur Sanierung von Radwegen aus. Was auch das Stadtbild prägen wird, ist das, was wir seit zwei, drei Jahren machen. Dass wir alle Sanierungsmaßnahmen von Fahrbahnen hinsichtlich Optimierungsmöglichkeiten für den Radverkehr prüfen. Wo immer eine Fahrbahndecke saniert wird, weil da Schlaglöcher drin sind, gucken wir: Können wir die Markierung ändern?

Gerade auf Strecken, wo eine Radverkehrsanlage notwendig wäre, können wir da was einrichten. In diesem Jahr sind wir bei circa 50 Prozent der Fälle, die uns gemeldet wurden, wo wir auch tatsächlich etwas machen können. Das geht von der punktuellen Maßnahme an der Lichtsignalanlage mit einer vorgezogenen Aufstellfläche, bis hin zu linienhaften Markierungen von Schutz- und Radfahrstreifen.

Lemke Ich würde sagen, das ist etwas, worum uns andere Städte in Nordrheinwestfalen beneiden. Dass wir in Köln Maßnahmen machen, die nicht unbedingt aus der ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) sind. Direkt vor dem Stadthaus, wenn Sie rauskommen links, den Gotenring. Weil da ein durchgängiger Radschutzstreifen nicht möglich war, hat man einfach nur die Einmündungen fünf Meter vorher rot eingefärbt, und danach noch mal so zwei, drei Meter, da quasi eine Radverkehrsanlage gemacht. Die nennen wir jetzt mal Modell Gotenring. Da wo gar kein Platz ist, wo wir keinen Schutzsteifen hinkriegen, haben wir einfach nur Piktogramme auf die Fahrbahn gemalt, um den Autofahrern zu zeigen, hier ist der Radfahrer auf der Fahrbahn. Aufgrund der vorgeschriebenen Maße kriegt man oft in den Straßenräumen keine durchgängige Anlage hin. Das wird das, was prägend sein wird.

 

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»Schafft mehr Stellplätze für Räder und nehmt Autoplätze weg«

Wie viel gibt die Stadt Köln für Radverkehr aus?

Klein Es gibt nicht den einen Radverkehrstopf. Wenn wir über Fahrbahnsanierung reden, ist das Straßenunterhaltung. Daraus wird zum Beispiel eine Markierung finanziert. Nirgendwo steht: Und davon sind 30.000 Euro für den Radverkehr. Wir hören von dieser Maßnahme, prüfen das intern, fragen: Können wir da etwas machen? Wir sprechen uns mit den Kollegen ab: Ist da was geplant? Dann fangen wir an, eine Planung zu erstellen. Der Markierungsplan wird von der Verkehrsbehörde angeordnet und letztendlich ist der gültig. Das heißt, bei einer Veränderung ist der von den Markierern zu verwenden. Im Grunde ist das eine reine Fahrbahnsanierung, aber das Gesicht auf der Fahrbahn ist letzten Endes ein anderes. Dafür war kein zusätzlicher Cent notwendig.

Lemke Das Einzige, was man nennen kann, ist das Sanierungsprogramm in Höhe von eineinhalb bis zwei Millionen pro Jahr.

Klein Es gibt einen Fördertopf, der Bike & Ride fördert. Das heißt Abstellanlagen an Stadtbahnhaltestellen. Und es gibt Mittel aus der Stellplatzablöse der Stadt, die wir für die Errichtung von Fahrradabstellanlagen im öffentlichen Straßenraum verwenden können. Sowie für kleinere bauliche Maßnahmen zur erstmaligen Einrichtung von Velo-Routen: klassische Bordsteinabsenkung, Mittelinseln.

Bei den Stellplätzen kommt derzeit kaum eine Großstadt der Wirklichkeit hinterher.

Lemke Ich glaube, dass wir da auf dem richtigen Weg sind.

Klein Da sind wir weiter als alle anderen Städte!

Lemke Herr Möllers hat sich als Ziel gesteckt, tausend Abstellplätze pro Jahr zu schaffen. Jetzt haben wir schon nach acht Monaten die Zahl für das Jahr 2011 erreicht. Zum Teil, das wäre früher undenkbar gewesen, nimmt man dafür Autostellplätze weg. Auf einen Stellplatz kriegt man vier bis fünf sogenannte Haarnadeln, das heißt, bis zu zehn Fahrräder kriegt man auf einen Autostellplatz. Das kommt inzwischen auch aus der Politik: Schafft mehr Stellplätze für Räder und nehmt Autoplätze weg.

Klein Das ist eine Maßnahme, wo man den Bürger sehr gut mitnehmen kann. Über unsere Hotline oder unsere E-Mail-Adresse kann jeder Bürger formlos einen Antrag stellen: Da wo ich wohne, ist Bedarf, prüft das mal. Wir sind auf diese konkreten Hinweise angewiesen.

Sind auch weitere Fahrradparkhäuser vorstellbar?

Lemke Es gibt Planungen und Überlegungen, zwei, drei weitere in Köln einzurichten. Westbahnhof, Südbahnhof – Bahnhof Deutz ist, glaube ich, jetzt erst einmal gestrichen. Der Bahnhof sollte größer ausgebaut werden.

Klein Beim Bahnhof Süd hängt die Deutsche Bahn mit drin und auch die Uni Köln, der das Gelände gehört. Das sind durchaus Projekte, die wir auf der Fahne haben. Aber die Abstimmungen sind zum Teil schwierig.

 

»Radfahren in Köln ist gar nicht so schlimm, wie überall publiziert wird«

Den Umständen zum Trotz wächst der Radverkehrsanteil in Köln …

Klein Wenn man die Entwicklung des Radverkehrs in Köln sieht, ist es schwierig, die Stadt als Ganzes zu betrachten. In den äußeren Bezirken haben wir zum Teil sehr niedrige Radverkehrswerte. Dann haben wir Stadtteile, da liegt der Radverkehrsanteil mittlerweile über dem des MIV. Innenstadt, Ehrenfeld, Lindenthal – da reden wir über den Wohnraum von zwei-, dreihunderttausend Leuten mit extrem hohem Radverkehr. Das kann man beinahe mit dem Radverkehrsanteil in Münster vergleichen.

Generell kann man aber sagen, dass der Radverkehr in Köln zunimmt. Das Ergeben die Messungen unserer Dauerzählstellen. Für das erste Halbjahr zeichnet sich 30 Prozent mehr Radverkehrsanteil ab, als im letzten. Man muss natürlich die Witterungsbedingungen vergleichen. Wenn man den Juli noch dazu zählt, dann sind wir bei 14 Prozent, weil der Juli ziemlich verregnet war.

Lemke Man merkt auch im Stadtbild, dass der Radverkehr wahnsinnig zunimmt. Wahrscheinlich gibt es die unterschiedlichsten Gründe dafür. Vielleicht sind es die Spritpreise. Vielleicht auch, weil die Leute merken, Radfahren in Köln ist gar nicht so schlimm, wie überall publiziert wird.

Wir machen die Flyer: „Mit dem Rad durch Köln.“ Das erste Mal waren die in den achtziger Jahren aufgelegt. Letztes Jahr haben wir die ersten fünf Touren überarbeitet. Erste Auflage 3000 Stück, die waren innerhalb von drei Wochen vergriffen. Im Mai haben wir die neu aufgelegt, 10.000 Stück pro Tour. Davon haben wir nur noch Restbestände. Daran merkt man auch, dass ein ganz großes Interesse da ist, mit dem Fahrrad durch Köln zu fahren. Wenn man die Leute einmal aufs Rad gekriegt hat und sagt: Ihr könnt schön durchs Grüne fahren, dann merken sie, dass man auch auf anderen Strecken mit dem Fahrrad fahren kann.

Klein Was ganz wichtig ist, in Bezug auf Köln, ist der Bürgerhaushalt 2008. Die Stadt hat gesagt: Wir nehmen einen gewissen Teil der Haushaltsmittel und reservieren ihn für Vorschläge der Bürger. Wo sehen die Handlungsbedarf? Im Bereich Verkehr war über ein Drittel das Thema Rad. Es konnte im Internet gewählt werden. Jeder konnte die Vorschläge des anderen bewerten, was ein Ranking ergab. Sieben Punkte waren zum Thema Radverkehr. Darunter der Wunsch, die Stadt soll zusätzlich Leute einstellen für Radverkehr. So haben wir hier auch zwei neue Planstellen bekommen.

 

»Die hier Radverkehr machen, sind auch tatsächlich mit dem Rad unterwegs«

Herr Lemke, wie oft fahren Sie selbst mit dem Rad durch Köln?

Lemke Ich komme aus Münster und hatte schon während Studiums in Hannover immer das Rad dabei. Erst in Köln bin ich aufgrund der Entfernung eher mit der Bahn gefahren. In diesem Sommer habe ich mein Jobticket abgegeben und gesagt, ich fahre lieber mit dem Fahrrad. Wir haben unsere Schwierigkeiten, aber im Großen und Ganzen kann man in Köln gut Rad fahren. Wie gesagt, die, die zufrieden sind, melden sich nicht. Und die, die sich melden, sind welche, die immer irgendwelche Sachen haben, wo ich manchmal denke, und ich kann es ja mit Münster vergleichen, da wird in Köln oft auf hohem Niveau gejammert.

Herr Klein?

Klein Bei mir ist es ähnlich. Ich gebürtig aus Köln. Schon mein Schulweg war immer mit dem Rad. Zum Studium bin ich in die Innenstadt gezogen. Und von Ehrenfeld immer mit dem Rad zur Uni. Jetzt fahr ich mit dem Rad zur Arbeit. Wenn es mal richtig regnet, dann nehme ich auch mal die Bahn. Ansonsten bin ich seit jeher Fahrradfahrer. Ich verteufel das Auto nicht, aber ich brauche es für mich persönlich nicht. Das Gleiche gilt übrigens für Herrn Möllers, der ist ein passionierter Radfahrer. Diejenigen, die hier Radverkehr machen, sind auch tatsächlich mit dem Rad unterwegs.

Interview + Fotos: Wolfgang Scherreiks

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