Foto: wscher / www.fahrradjournal.de

Die drei Cappuccini Tour

 

Foto: wscher / www.fahrradjournal.deFür den schnellen Kurztrip ins Berliner Umland empfiehlt fahrradjournal die Drei Cappuccini Tour Berlin-Potsdam-Caputh und retour. Irgendwo zwischen Radsport und Ausflug angesiedelt, dient der italienische Kaffee als Etappenpause, Belohnung und legitimes Doping für das jeweils nächste Ziel. Zuvor haben wir uns naturgemäß mit Vollkornbrot, Obst, Müsli und Wasser bevorratet. Der Vorteil der Selbstversorgung verhindert Löcher im Portemonnaie und zugleich Rückfälle in Völlereien, die nicht in jeder (Trainings-)Situation angebracht sind. Äpfel oder Sommerbirnen mit Madeleine-Effekt können komplizierteste Zuckerwerke groß übertrumpfen.

Foto: wscher / www.fahrradjournal.de

Die Tour startet klassisch an der Eichkampstraße (S-Berlin Grunewald) und verläuft über Königsweg und Kronprinzessinnenweg, wo Radrennfahrer in Streckenprofilen denken, „Nordic Blader“ mit beeindruckenden Langlaufstöcken unterwegs sind, und hier und da ein mutiger Geher. Die faszinierende Mischung aus Vehikeln und Typen bringt Farbe und auch Relativierungen in unsere streng kategorisierte Welt. Und siehe: Ein berenteter Cityrad-Fahrer nimmt beherzt die kleinen Hügel auf sich, während sich manch frischgebackener Mountainbiker keuchend daran hocharbeitet.

Zugegeben, die Strecke nach Caputh geht viel grüner und romantischer, aber diese hier muss auch mal sein: Es geht geradeaus Richtung Wannsee und dort in die Königsstraße Richtung Potsdam. Gemächlicher Anstieg bis zum Schäferberg, angeblich Berlins vierthöchste Erhebung mit Fernmeldeturm, rauschende Abfahrt bis zur Glienicker Brücke. Dann gleich links in die Berliner Straße. Auf der rechten Seite befindet sich die Garage du Pont: Erster Cappuccino. Ich hoffe, niemand fürchtet sich vor alten Karossen. Es handelt sich nun einmal um eine ehemalige Tanke und die Automobile sehen sehr französisch aus.

Foto: wscher / www.fahrradjournal.deFoto: wscher / www.fahrradjournal.de

Dann geht es Richtung Hauptbahnhof bis zum Abzweig Leipziger Straße und über die Templiner Straße Richtung Caputh. Im Schloss Caputh ist es bereits Zeit für den zweiten Cappuccino im Kavalierhaus. Nicht nur hat der Schlosspark beeindruckende hohe Bäume, hier und bereits gleich hinter Potsdam muss niemand auf schöne Ausblicke auf Buchten verzichten. Am letzten Wochenende hatte das Sommerhaus Einsteins noch nicht geöffnet. Der kurze Weg zur Anhöhe war fürs Foto. Mittlerweile hat die Saison mit Führungen begonnen.

Foto: wscher / www.fahrradjournal.deFoto: wscher / www.fahrradjournal.deFoto: wscher / www.fahrradjournal.de

Es gibt fantasievollere Möglichkeiten, doch für den letzten Cappuccino geht es die ganze Strecke retour, um wieder am Königsweg in einem echten Fahrrad-Café zu landen. Nach etwa 55 Kilometern und beim dritten Cappuccino bestätigt uns Eddy Merckx noch einmal an der Bar, worauf es wirklich ankommt im Leben.

Foto: wscher / www.fahrradjournal.deFoto: wscher / www.fahrradjournal.deFoto: wscher / www.fahrradjournal.deFoto: wscher / www.fahrradjournal.de

Text und Fotos: wscher

 

Flattr this

 

About the author

fahrradjournal

View all posts

5 Comments

    • Dazu schrieb uns Jörg Vollmer Journalist und Blogger (http://www.juergvollmer.ch/) über Google +: „Es kann nur einen Kannibalen geben 😉 Und das Zitat ist von ihm, von Eddy Merckx. Das ikonische Porträt wiederum machte der Belgier Stephan Vanfleteren irgendwann in den Jahren 2000 bis 2004 (http://stephanvanfleteren.com/en/portfolio/detail/flandrien). Ich habe vom Jersey den Molteni/Arcore-Schriftzug weg retuschiert und das Zitat hineingesetzt. Seither hängt das Eddy Merckx-Zitat in meinem Büro direkt über dem Mac-Bildschirm. Mit der klaren Aufforderung: «But ride.» Aus einer Laune heraus veröffentlichte ich die Montage am 12. März 2014 in meinem Blog. Dann ging die Post ab: 440 Mal wurde das Foto/Zitat re-bloggt und als Favorit markiert (dazu X-Hundertfach kopiert und ohne Link veröffentlicht). Ich habe das Zitat/Foto sogar schon bei einem befreundeten Radfahrer als Foto an der Wand gesehen (der wusste nicht, dass ich der «Monteur» bin). Und jetzt auch im Fahrrad-Café «NduroLive» in Berlin.“

  • super! Ich hätte dieses Bild nämlich auch gerne an meiner Wand. Als (kleines) oder gerne auch als großes Plakat. :-)
    Wäre da was möglich???

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *