Foto: wscher / www.fahrradjournal.de

Eroica Britannia – The most friendly bike race in the world

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„The most handsome bike race in the world“ hieß der Untertitel der Englandpremiere des ursprünglich italienischen Retrorennens l´Eroica. Dessen Etikette wurde nochmals durch die britische Kultur der Höflichkeit raffiniert. Deshalb darf man durchaus von „the most friendly bike race“ sprechen.

Die Teilnehmer profitierten zunächst von einer pittoresken und sattgrünen, aber auch steilen Hügellandschaft im Herzen Englands: dem Peak District. Zwar ist die Gegend für ihre Regenwahrscheinlichkeit berühmt. Aber die Natur oder Madonna del Ghisallo, die Schutzpatronin der Radfahrer, sandte volle Junisonne.

Die Veranstaltung wurde allgemein als Erfolg gefeiert. Der Schlüssel dazu dürfte das organisatorische System aus strikter Qualität und Detailverliebtheit einerseits und souveräner Lässigkeit andererseits gewesen sein. Strecken von 30, 55 oder 100 Meilen mit kleinen Asphaltwegen oder Schotterpisten waren klug nach Steigungsniveau und Panoramen ausgewählt, boten für unterschiedliche Ambitionen entsprechende Herausforderungen und Glücksmomente. Die Versorgung an den Erfrischungsstationen in den Dörfern glich einer kleinen Gourmettour: Tee, Gin, Double Chocolate Espresso Brownie, regionale Thar Cakes mit Ginger oder Rosenöl sowie Pork Pie, Bakewell Pudding, Entenleberpastete oder extra gebrautes Eroica-Bier hinter der Zieleinfahrt. Anderseits beschränkte sich die bürokratische Akribie gegenüber den Teilnehmern auf ein Mindestmaß. So reichte es für die Streckenwahl aus, einfach am Renntag zur rechten Zeit loszufahren.

Auf Zeitnahmen mussten die Radfahrer allerdings verzichten. Doch wer hier ernsthaft seine Zeit vermisst, hat wohl irgendetwas noch nicht ganz verstanden. Mit am stärksten lebt die Eroica Britannia vom Enthusiasmus seiner Teilnehmer. Flankiert von einem dreitägigen freien Festival mit Livemusik und einem Marktplatz der Vintage- und Fahrradkultur wurde ein herrlich entspanntes Fest der Begegnung draus. Wer das einmal selbst erleben möchte: Für die kommenden vier Jahre sind die Nachfolgeveranstaltungen bereits gesichert. Hier geht´s zur Website der Eroica Britannia.

Die Idee der Eroica wurde sogar bis nach Japan exportiert. Doch ließe sich die Kulturveranstaltung mal so eben in jedes andere Land heben? So tauchte am Rande die Frage auf, ob sie auch in Deutschland in dieser Form vorstellbar wäre. An Organisationstalent, Qualität und Detailverliebtheit dürfte kein Mangel herrschen. Zögerlicher mögen die Punkte einer erprobten Höflichkeitskultur oder die notwendige Lässigkeit bewertet werden. Noch gar nicht erwähnt wurde die Fähigkeit zur Selbstironie beim Spiel mit der Retrokultur. Kommt der Deutsche da nicht arg ins Schlittern?

Weil Kommentierende hier kaum potenzielle Teilnehmer sind, mag man das Folgende als polemische Verkürzung lesen. Doch als teilnehmender Enthusiast war es zumindest irritierend, von England aus die negativen Leserkommentare der Zuhausegebliebenen in Deutschland auf Spiegel Online zu lesen. Darauf können wir nur noch mit unseren Fotos kontern.

Text und Fotos: wscher

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