Foto: VAUDE

Reisen mit einem Koffer-Rucksack-Trolley

Foto: VAUDEAuf Reisen bin ich nicht nur mit dem Fahrrad unterwegs. Ich gehe zu Fuß, besteige einen Bus, einen Zug, ein Flugzeug. Man müsste diesen Rucksack rollen oder jenen Trolley auf den Rücken schnallen können, habe ich dabei oft gedacht. Und in Abgrenzung von den Hippiejahren als Rucksacktourist hinzugefügt: Etwas mehr Eleganz wäre nicht schlecht. Deshalb griff ich eine Zeit lang auf einen Koffer-Rucksacktrolley von „Samsonite“ zurück. Der war im Lederlook sehr schick und nicht ganz billig. Dank der Mechanik besaß er bereits ohne Inhalt eine gewisse Anfangsschwere und es passte kaum etwas hinein. Das Trägersystem saß am Rücken nicht optimal. Sich beschweren muss auch Sinn machen, dachte ich bald, und nutze diesen Trolley immer seltener.

Für meine letzte Englandreise wünschte ich mehr Volumen und unbedingt die Farbe Grün. Deshalb hatte ich Lust, einen Koffer-Rucksack-Trolley von VAUDE auszuprobieren. Dazu hatte ich mir ein pittoreskes Fotoshooting vorgestellt, mit Cottage, am Bahnhof und im Flughafen. Ich habe diese Pläne sogar umgesetzt. Als Nebeneffekt eines Reisedramas zum Thema Fahrradmitnahme im Flugzeug sind diese Fotos leider abhandengekommen. (Dieses Drama werde ich an anderer Stelle erzählen.) Deshalb greife ich hier auf Pressematerial von VAUDE zurück.

Der „Tecorail 80“ gehört zur sportlichen Kollektion, passte aber, meiner exzentrischen Bedingung entsprechend, gut in die Landschaft. Wie der Name verrät, besitzt er 80 Liter Volumen Stauraum. Genug für meine Garderobe, Bücher und ein bisschen Hightech-Ausrüstung. Naturgemäß kam ich mit mehr Gegenständen zurück, als für die Hinreise gepackt. Da werden Souvenirs der Eroica Britannia und schwere antiquarische Bücher (darunter die Komödie von Dante) gequetscht bis an den Rand der Kapazität. Schlecht für die Bücher, aber gut für den Test. Erinnerungsstücke, Dante und Gepäckstück haben die Tortour ausgezeichnet überstanden.

Das raffinierte System aus Reisverschlüssen funktionierte einwandfrei. Der „Tecorail“ verfügt über verstaubare Schulterträger, einen Hüftgurt und einen Schmutzschutz für die Rollen. Huckepack und ebenfalls per Reißverschluss makellos in den Koffer-Rucksack-Trolley integriert sitzt ein kleiner abnehmbarer Rucksack. Der ist ausreichend für das Pausenbrot eines Wanderers, ein Notizbuch, eine Kamera. Für mein Notebook war er aber zu klein. So wünschte ich mir manchmal etwas mehr Volumen, ein anderes Mal besann ich mich als Reisender nur das Nötigste mitzunehmen und war froh darüber.

Ja, gibt es hier denn gar nichts zu bekritteln? Leider doch. Gerade wenn die Verwandlung des wandlungsfähigen Gepäckstücks schnell gehen musste, etwa bei einer Gepäckaufgabe am Check-in, verklemmte der ausfahrbare Griff. Eine Bekannte, die ebenfalls den „Tecorail“ nutzt, bestätigte diese Erfahrung. Oder haben wir vielleicht den Bogen noch nicht raus?

Wie auch immer. Die 80 Liter Volumen Variante kostet 220,00 Euro. Und mir fehlt jetzt eigentlich nur noch der schicke Lederkoffer-Rucksack-Trolley, der sich am Reiserad befestigen lässt …

Text: wscher / Fotos: VAUDE

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